Holstein II rückt Meistertitel näher
Die zweite Mannschaft von Holstein Kiel ist dem Meistertitel wieder etwas näher gerückt. Mit einem glücklichen 2:1-Sieg hält Holstein seinen Mitkonkurrenten VfR Neumünster mit drei Punkten weiter auf Distanz. „Ich bin natürlich erleichtert, dass wir doch noch gewonnen haben“, atmete Thorsten Gutzeit nach dem Abpfiff tief durch. „Wir spielten trotz des späten Ausgleichs bis zum Schluss auf Sieg. Das zeichnet meine Mannschaft aus.“ Für Heikendorfs Trainer Mladenovic ist der späte KSV-Treffer besonders ärgerlich: „Anfangs hatten wir Probleme, aber in der zweiten Hälfte hätten wir noch mehr aus unseren Chancen machen müssen.“
In der ersten Halbzeit spielte die KSV Holstein bei herrlichem Fußballwetter druckvoll und guten, schnellen Kombinationsfußball. Bereits nach 60 Sekunden verbuchten die Gäste ihre erste Möglichkeit. Nach einem Abel-Pass, schoss Stefan Hansen ans Aluminium. Weitere Chancen von Hansen aus 20 Metern (9.), Michael Schmitt mit dem Kopf (10.) und Björn Kastner aus halbrechter Position (16.) trafen nicht das gewünschte Ziel. Heikendorf versteckte sich nicht und suchte seine Chancen im Konterspiel. Der eingewechselte Philipp Wölk bediente den starken Dominic Kahl, der aus spitzem Winkel vorbei schoss (21.). Meistens fing Holstein jedoch den Ball am Strafraum ab, und die Kieler Angriffswelle rollte in Richtung des Heikendorfer Gehäuses. Bei einem der Angriffe wurde Holsteins Rouven Abel im Strafraum gefoult. Schiedsrichter Balsam zeigte auf den Punkt. Stefan Hansen verwandelte den Elfmeter unhaltbar zum 0:1 (25.). Heikendorf verbuchte drei Minuten später durch Stephan von Malottki aus 14 Metern eine gute Chance. (Mladenovic: „Der muss sitzen!“) Holstein blieb in Durchgang eins aber die spielbestimmende und in allen Belangen überlegene Mannschaft. Weitere Chancen von Florian Meyer aus sieben Metern (29.), Michael Schmitt (33., Reinke mit Glanzparade) und Rouven Abel (44.) führten jedoch nicht zum erwünschten Ausbautreffer.
Der Heikendorfer SV kam wie verwandelt aus der Kabine. Druckvoll agierten die Gastgeber und erspielten sich gleich Chancen. Der zur Halbzeit eingewechselte Manuel Schwenn schoss aus 16 Metern halblinker Position. Holsteins Keeper Nico Beyer hielt mit einer Glanztat (47.). Heikendorf hatte mehr Spielanteile und nach Möglichkeiten von Kahl aus 30 Metern (56.), wieder Kahl per Kopf (59.) und Manuel Schwenn aus 15 Metern (60.) den Ausgleich verdient. Es waren in der zweiten Halbzeit bereits 22 Minuten gespielt, als Holstein wieder eine Chance hatte, doch der Freistoß aus 25 Metern von Rouven Abel landete bei HSV-Torwart Reinke (67.). Auch per Kopfball schaffte es Abel fünf Meter vor dem Tor nicht, das Leder zu verwerten (72.). In einer temporeichen, kräftezehrenden Endphase ging es hin und her. Heikendorf hatte dabei Möglichkeiten durch Goran Todic (77.) und Dominic Kahl (78.). Zwei Minuten vor regulärem Spielschluss, schoss Sven Lange mit einem Volleyschuss aus elf Metern unhaltbar ins linke untere Eck zum vielumjubelnden Ausgleich (88.). Doch Holstein ließ nicht locker, spielte auf Sieg. In der Nachspielzeit und unmittelbar vor dem Schlusspfiff bewies der Tabellenführer die Nerven und verwandelte durch Florian Ziehmer zum 1:2-Endstand (90.+3).
Veröffentlicht: NordSport, 19. Mai 2008