Erster Heimsieg in dieser Saison für den OSV
Der Oldenburger SV gewann das „Duell der Kellerkinder“ gegen TuRa Meldorf durch ein Elfmetertor glücklich mit 1:0 (0:0). Oldenburg warte damit die kleine Chance, am Ende der Saison möglicherweise noch Platz 14 und damit den Klassenerhalt zu schaffen. Meldorf hingegen rutschte noch tiefer in den Tabellenkeller und wird es nun schwer haben, dort wieder herauszukommen.
Die 180 Zuschauer sahen bei herrlichem Sonnenschein ein mäßiges Spiel. Das für beide Abstiegsaspiranten viel auf dem Spiel stand, war mit Beginn der Partie zu spüren. Die Teams waren bemüht, wenig Fehler zu machen. Der tiefe, schwer bespielbare Boden spielte den Akteuren aber dabei öfter „einen Streich“. Gastgeber wie auch Gäste kamen in der ersten Halbzeit zu ihren Chancen, jedoch ließ die Chancenauswertung stark zu wünschen übrig. Oldenburgs Stürmer Patrick Gütschow schoss aus 16 Metern über das Tor (10.), wenig später setzte er sich zunächst geschickt im gegnerischen Strafraum durch, dribbelte sich dann aber fest, anstatt einen besser postierten Mitspieler anzuspielen (16.). In der Folgezeit erspielte sich Meldorf drei Chancen. Doch Dennis Garloff schoss aus 15 Metern knapp am Tor vorbei (17.), Sven Möller scheiterte mit einem Kopfball aus 11 Metern am OSV-Torwart Florian Reese (19.), und auch ein abgefälschter Schuss von Peter Laursen verfehlt sein Ziel (24.). Dann waren wieder die Oldenburger dran. Patrick Gütschow scheiterte an Torwart Sascha Thiessen (27.), ein schöner strammer Fernschuss von Felix Wenn aus 30 Metern ging knapp über das Gehäuse (28.). Meldorf hatte noch eine Chance durch Chris Karstens, doch sein Kopfball aus 11 Metern ging weit am Tor vorbei (31.). Die letzte Torgelegenheit in der ersten Hälfte bot sich OSV- Stürmer Lars Gerkens per Kopfball, doch ebenfalls ohne zählbaren Erfolg (38.). Mit einem leistungsgerechten Unentschieden ging es zum Pausentee.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Oldenburg den Druck und kam so zu einigen Chancen. Kopfbälle von Alexander Hasler (47./52.) und Lars Gerkens (49.) sowie Schüsse von Felix Wenn ( 55.) und Patrick Gütschow (61./63.) brachten für die Gastgeber jedoch nicht die ersehnte Führung. Meldorf hatte in dieser Phase nur eine, dafür aber klare Torchance, als sich Dennis Garloff freistehend die Torecke aussuchen konnte und den Ball aus zwölf Metern nur am rechten Pfosten vorbeischoss (58.). Oldenburgs Feldüberlegenheit nahm weiter zu, bei den Gästen merkte man den zunehmenden Kräfteverschleiß auf dem tiefen Boden an. So war es eine Frage der Zeit, wann die Gastgeber in Führung gehen würden. In der 79. Minute dann die spielentscheidene Szene: Bei einem Zweikampf im Meldorfer Strafraum zwischen Sven Möller und Patrick Gütschow kam der OSV- Stürmer zu Fall und Schiedsrichterin Kathrin Meingast zeigte zum Entsetzen der Gäste auf den Elfmeter- Punkt. Der Meldorfer verletzte sich in dieser Szene selbst und musste vom Platz getragen werden (Kniescheibe herausgesprungen). Matthias Rönnpage versenkte den Strafstoß im Anschluss unhaltbar im linken Winkel. Aufatmen beim Oldenburger Anhang und Trainer Rainer Gosch. Das Spiel wurde jetzt hektisch. Dazu trug Schiedsrichterin Meingast bei, insbesondere als sie sich in der Nachspielzeit bei einem Schiedsrichterball im Mittelfeld um die eigene Achse drehte und das Leder zur Verblüffung aller direkt einem Oldenburger vor die Füße warf. Heftige Proteste von Spielern und Zuschauern waren die Folge. Der für den verletzten Torwart Sascha Thiessen eingewechselte Keeper Markus Pycha sah in der letzten Sekunde des Spiels dann wegen Meckerns sogar noch die rote Karte.
Spielertrainer Sascha Thiessen resümierte nach dem Spiel: „Wir haben hier unglücklich verloren.“ OSV- Trainer Rainer Gosch stellte fest: „Unsere allgemeine Verunsicherung war zu sehen. Wir müssen aber das Spiel schnell abhaken. Die Hauptsache ist, dass wir die 3 Punkte gewonnen haben.“
Veröffentlicht: NordSport, 5. März 2007