Felix Magath – vom „Feuerwehrmann“ zum Meistermacher!

Nach dem Bundesliga-Aufstieg mit dem 1. FC Nürnberg (1998) und der Gewinn des Ligapokals mit dem FC Bayern München im letzten Sommer steht Felix Magath in diesen Tagen vor seinem bisher größten Erfolg als Trainer: Dem Gewinn der deutschen Fußballmeisterschaft 2005 mit dem FC Bayern München! Zudem kann er am 28. Mai im Endspiel gegen den FC Schalke 04 mit seinem Team den DFB- Pokal gewinnen und somit schon in seinem ersten Jahr beim Rekordmeister gleich das „Double“ schaffen!

Es war ein weiter Weg für den 51- jährigen gebürtigen Aschaffenburger zum FC Bayern: Seine Trainerlaufbahn
begann 1989 beim FC Saarbrücken und führte weiter über Bayer Uerdingen, FC Bremerhafen und die Amateure vom HSV, wo der prompt zum Cheftrainer aufstieg. Als weitere Stationen folgten Nürnberg, Bremen, Frankfurt und Stuttgart. Waren die Engagements zuvor eher von kurzer Dauer, gelang Magath mit dem VfB der große Wurf. Er übernahm Stuttgart als „Feuerwehrmann“, als der Club auf dem 17. Tabellenplatz lag, und formte in den folgenden Jahren ein Team zusammen, das sogar bis ins Champions League -Achtelfinale vordrang.

Felix Magath ist als Verfechter eines harten Kurses bekannt. Er verlangt seinen Spielern alles ab. Dabei macht er auch vor großen Namen nicht halt, wie auch die Bayern- Stars insbesondere in den Trainingslagern erfahren konnten. „Qualität kommt von Qual,“ brachte der Coach einmal seine Trainingsphilosophie auf den Punkt, wonach nur der gute Leistungen abliefern kann, der sich dafür vorher auch richtig gequält hat. Prompt bekam er den Spitznamen „Quälix“ verpasst – ein Wortspiel mit seinem Vornamen! Sein damaliger Frankfurter Spieler Jan–Aage Fjörtoft äußerte dazu einmal: „Ich weiß nicht, ob Magath die Titanic gerettet hätte, aber wenigstens wären alle Überlebenden sehr fit gewesen!"

Der Erfolg scheint dem sechsfachen Vater, der in seiner aktiven Zeit beim HSV und in der Nationalmannschaft eher für seinen technisch feinen Stil bekannt war, für seine Trainingsmethoden aber Recht zu geben.

Der Steckbrief: Felix Wolfgang Magath

Geburtsdatum 26.07.1953
Geburtsort Aschaffenburg
Familienstand verheiratet, sechs Kinder

Spielte aktiv Fußball bei:
VfR Nilkheim (60-64)
TV 60 Aschaffenburg (64-72)
Viktoria Aschaffenburg (72-74)
1. FC Saarbrücken (74-76)
Hamburger SV (76-86)
306 Bundesligaspiele (46 Tore)

Station als Trainer
FC Saarbrücken (Nov. 1989 bis 1990)
Bayer Uerdingen (1990 bis Jan. 1992)
FC Bremerhaven (92/93)
Amateur- und Co-Trainer Hamburger SV (1993 bis 5.10.1995)
Cheftrainer beim HSV (6.10.1995 bis 18.5.1997)
1. FC Nürnberg (8.9.1997 bis 17.7.1998)
Werder Bremen (22.10.1998 bis 9.5.1999)
Eintracht Frankfurt (27.12.1999 bis 29.1.2001)
VfB Stuttgart (24.2.2001 bis 2004)
FC Bayern (seit 01.07.04)

Größte Erfolge (als Spieler)
Deutscher Meister 1979, 1982, 1983
Europacup der Landesmeister 1983
Europacup der Pokalsieger 1977
Vize-Weltmeister 1982, 1986
Europameister 1980

Veröffentlicht: Stadionmagazin des Regionalligisten Holstein Kiel , 10. Mai 2005

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