Heikendorf dreht Partie in 120 Sekunden

„Wir haben es kapiert, unsere Fehler vom Samstagsspiel nicht zu wiederholen“, freute sich Heikendorfs Trainer Mikica Mladenovic über den 2:1-Erfolg seiner Mannschaft gegen Flensburg 08. „In der ersten Halbzeit haben wir sehr konzentriert gespielt, allerdings gab es nur wenig Torchancen. Nach der Pause hat Flensburg die erste Chance verwertet, aber wir konnten durch einen Doppelschlag das Spiel drehen“, war Mladenovic glücklich.

Sein Gegenüber Joachim Press war indes unzufrieden: „Wir wollten uns nach der 0:7-Klatsche gegen Neumünster neues Selbstvertrauen holen. Die Chance haben wir leider verpasst. Beim Ausgleich glich unser Abwehrverhalten eher dem Friedensnobelpreis, kurze Zeit später bekamen wir noch das 1:2, das tat weh. Ein Punkt wäre verdient gewesen.“
In der ersten Halbzeit bliebenTorraumszenen Mangelware, es spielte sich viel im Mittelfeld ab. Heikendorf und Flensburg tasteten sich anfangs ab, riskierten kaum etwas. Der schlecht bespielbare Boden machte es beiden Teams schwer, in die Gänge zu kommen. Nach einem Fehler von HSV-Keeper Bohrmann, köpfte Bredahl aufs Tor, doch Henrik Giese klärte auf der Linie (10.). Auf der anderen Seite passte Patrick Wemmer zu ungenau zu seinen mitlaufenden Kollegen Manuel Schwenn (12.). Fortan war es für die rund 150 Zuschauer eine an Höhepunkten arme Partie. Erst kurz vor der Halbzeitpause gab es wieder Einschussmöglichkeiten. Dominic Kahl (43.) und Stefan Lapatzki (44.) hatten die Führung auf dem Kopf.

Nach der Pause wurde das Spiel unruhiger. Viele Fouls und harte Zweikämpfe prägten die Partie. Schiedsrichter Hahn musste oft die gelbe Karte zeigen. Nach gut einer Stunde nutzte Benjamin Seebauer die erste Chance der Gäste in der zweiten Hälfte. Beck schoss aufs Tor, Bohrmann ließ nur abprallen und Abstauber Seebauer stand goldrichtig und verwertete zum 0:1 (61.). Doch innerhalb von zwei Minuten schoss Heikendorf zwei Tore. Braasch im Alleingag passte quer durch den Strafraum auf Kahl, der zu Matthias Waschewski weiterleitete. Der Neuling traf zum ersten Mal für seinen neuen Verein. 120 Sekunden später verwandelte Patrick Wemmer aus 20 Metern zum 2:1-Endstand. In der Schlussphase kam noch viel Hektik auf. Schiedsrichter Hahn zeigte Benjamin Seebauer die Gelb-Rote Karte. Press schimpfte: „Man braucht als SH-Liga-Schiedsrichter doch mal ein bisschen Fingerspitzengefühl. Seebauer hat nur gesagt ‚Wann geht das Spiel endlich weiter.‘ Ich verstehe es nicht“, war Flensburgs Trainer unzufrieden mit der SR-Entscheidung.

Veröffentlicht: Nord Sport, 6. April 2010

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