Interview mit Hans-Günter Bruns (Trainer Rot-Weiß Oberhausen)
Hans-Günter Bruns begann seine Karriere in der Bundesliga. Von 1973 bis 1990 durchlief er die Stationen FC Schalke 04, Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach. 1980 gewann er mit Fortuna Düsseldorf den DFB-Pokal. Vier Jahre später spielte Bruns vier Mal für die Deutsche Nationalmannschaft. Der damalige Bundestrainer Jupp Derwall nominierte ihn sogar für die Europameisterschaft in Frankreich.
Als Trainer leitete der 52-jährige Versicherungsvertreter FC Sardegna 71 Oberhausen, Adler Osterfeld und SSVg Velbert, ehe er 2006 zu unserem Gegner Rot-Weiß Oberhausen wechselte. Mit RWO schaffte er den Aufstieg in die Regionalliga. Im Gespräch mit Henrik Heitmann spricht Bruns u.a. über Stärken und Schwächen, den VfB und das Saisonziel.
Ihr Statement zum Sieg Ihrer Mannschaft gegen den 1. FC Magdeburg (2:1)?
Es war ein hochverdienter Sieg. Meine Mannschaft hat ein gutes Spiel abgeliefert.
Worin liegen die Stärken und Schwächen Ihrer Mannschaft?
Unsere Stärke ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Meine Truppe ist bereit, alles zu geben und abzurufen, was sie kann. Die Schwäche ist schwer zu definieren. Uns fehlt mit Sicherheit noch die Abgeklärtheit und Routine. Das kommt aber auch daher, dass die meisten Spieler noch jung sind. Das sind die beiden Dinge, die wir noch lernen müssen.
Wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonstart Ihrer Mannschaft?
Ich bin sehr zufrieden. Wenn man bedenkt, dass wir zu den Mannschaften mit dem niedrigsten Etat gehören, können wir mit drei Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen und den damit erreichten elf Punkten eigentlich zufrieden sein.
Wie stark schätzen Sie den VfB Lübeck ein?
Ich hatte die Mannschaft von Uwe Erkenbrecher vor der Saison ganz oben in der Tabelle erwartet, weil sie in ihren Reihen einige sehr gute Spieler hat. Zuletzt bereiteten den Lübeckern ja die vielen Ausfälle Probleme. Lübeck ist für mich aber eigentlich eine wirklich gute Regionalliga-Mannschaft.
Was rechnen Sie sich in Lübeck aus?
Wir fahren überall hin und wollen Punkte mitnehmen. Das wollen wir auch in Lübeck versuchen. Wir wissen, dass wir Außenseiter sind, aber meine Mannschaft hat im Spiel gegen Rot-Weiß Essen (4:1) gezeigt, dass wir durchaus in der Lage sind, für Überraschungen zu sorgen.
Oberhausen steht auf dem fünften Tabellenplatz. Wie sieht Ihr Saisonziel aus?
Unser Ziel ist es, unter die ersten zehn zu kommen. Wenn wir dieses Ziel erreichen sollten, hätten wir eine unglaubliche Saison gespielt.
Sie sind seit 2006 beim RWO und haben sofort den Sprung in die Regionalliga geschafft. Wie sieht Ihre weitere Zukunft als Trainer aus? Können Sie sich vorstellen, auch mal eine Profimannschaft zu trainieren?
Das bin ich schon öfter gefragt worden. Ich bin kein Typ, der meint, er muss überall herumrennen und sich präsentieren. Selbst zu meiner aktiven Zeit, war ich das schon nicht. Wer meint, dass ich ein guter Trainer bin, der kann mich gerne mal verpflichten. Ansonsten muss ich das nicht haben, nicht um jeden Preis. Mein Vertrag läuft jetzt noch bis Ende dieser Saison.
Veröffentlicht: Webseite des Regionalligisten VfB Lübeck , 14. September 2007