Oldenburger SV – VfB Lübeck II 1:3 (0:1)

Unter den Augen des Regionalligatrainers Uwe Erkenbrecher endete das Verbandsligaspiel zwischen dem Oldenburger SV und der zweiten Mannschaft vom VfB Lübeck 1:3 (0:1). Es ging um Auf- und Abstieg. Während die Lübecker weiter an den Aufstieg glauben (VfB II-Trainer Flocken: „Wir haben uns für die Oberliga angemeldet und wollen den Aufstieg schaffen.“), zittern die Oldenburger weiter um den Klassenerhalt. Der Abstand zum rettenden Ufer vergrößerte sich auf vier Punkte.

Beide Mannschaften ließen in der Anfangsphase wenig zu. Die Lübecker versuchten es immer wieder über die Flügel, doch die schlechten Platzverhältnisse machten den Gästen einen Strich durch die Rechnung. Die geschossenen Flanken flogen entweder weit ins Aus oder zum Gegner. In den ersten 20 Minuten entwickelte sich ein Spiel zwischen den Strafräumen ohne zwingende Torchancen. Der VfB zeigte sich mehr und mehr spielbestimmend, doch die Gastgeber wehrten sich durch das weite herausschlagen der Bälle aus der eigenen Hälfte. Die technische Überlegenheit der Lübecker glich der OSV weitestgehend durch den Kampfgeist aus. VfB-Trainer Thorsten Flocken forderte lautstark hohe Bälle in den gegnerischen Strafraum zu spielen. Zunächst ohne Erfolg. Erst nach über einer halben Stunde gelang dem VfB die verdiente Führung. Ein schneller Angriff aus der eigenen Hälfte erreichte Riza Karadas, der den Ball unhaltbar einschob (37.). Die Gäste bauten weiter Druck auf. Ein Kopfball von Jan-Moritz Bruhn nach einer Hopp-Flanke klärte Reise zur Ecke. Mit Ausnahme von Felix Wenn (18.), der per Kopf nur VfB-Keeper Gommert traf, hatten die Oldenburger in der ersten Halbzeit keine nennenswerte Chance.

Nach der Halbzeitpause, in der auch Uwe Erkenbrecher in der VfB-Kabine war, lief das Spiel weiter so einseitig ab wie in der ersten Hälfte. Nach einem Eckball von Michael Hopp schraubte sich Jan-Moritz Bruhn im Strafraum am höchsten, traf aber nur die Latte (56.). Acht Minuten danach fiel dann aus Lübecker Sicht das erlösende 2:0. Wieder war es Riza Karadas, der aus 20 Metern einen Heber über den zögerlich herauslaufenden Torwart machte. Der Torjubel der Gäste machte deutlich, wie schwer das Torschießen am Samstagnachmittag in Oldenburg war. Der Einbahnstraßenfußball nahm seinen Lauf. Die Lübecker spielten fortan noch schneller und waren einfach das technisch versiertere Team. Ein harter Rechtsschuss vom eingewechselten Artur Schefer aus elf Metern hielt OSV-Keeper Florian Reese hervorragend (67.). Auch den Schuss aus dem kurz darauf folgendem Gewühl im Strafraum entschärfte Reese grandios. Die Oldenburger meldeten sich in der 71. Minute wieder zu „Wort“. Doch aus fünf Metern gelang es Matthias Rönnpage nicht, die Kugel im Netz zu versenken. Oldenburgs Kräfte ließen nach. Die Gäste hingegen zeigten sich (noch) energiegeladen. Der eingewechselte Kai Konrad startete in der eigenen Hälfte, tankte sich bis zur Torauslinie durch, schlug einen Querpass vor das Tor, wo Riza Karadas ungehindert seinen dritten Treffer erzielte und damit für die endgültige Entscheidung sorgte. Oldenburg schaffte durch Matthias Rönnpage per Elfmeter nach einem Foul von Michael Hopp an Alexander Kortz noch den Ehrentreffer (81.).

VfB-Coach Thorsten Flocken war nach dem Spiel sichtlich zufrieden: „Es hat zwar zu Anfang ein bisschen gehapert, aber nach dem 1:0 kamen wir gut ins Spiel. Die Platzverhältnisse sind hier aber Katastrophal!“ Da gab OSV-Trainer Rainer Gosch seinem Kollegen Recht: „Das stimmt, aber schließlich müssen wir hier auch spielen. Sicherlich hat uns der Platz heute geholfen, weil die Lübecker damit Probleme hatten.“ Über die Niederlage war er nicht ganz unzufrieden: „Ich bin froh, dass wir nicht noch mehr Tore kassiert haben. Wir müssen gegen gleichstarke Gegner Punkte holen.“

Veröffentlicht: NordSport, 2. April 2007

© 2012 Philipp Szyza | Impressum