Schon zur Pause macht Holstein alles klar

David gegen Goliath, Abstiegskandidat gegen Aufstiegsanwärter, TSV Altenholz gegen Holstein Kiel II - erwartungsgemäß nahm die zweite Mannschaft von Holstein Kiel die Hürde beim Nachbarn in Altenholz mit 4:1 (3:0). Harry Witt, Trainer der Gastgeber, musste hinnehmen, dass es qualitativ bei seiner Truppe an allen Ecken und Enden fehlt: "Besonders bei Spielen gegen Holstein merkt man, wo wir uns noch verbessern müssen." Trainerkollege Torsten Fröhling hatte bei seinem Team ebenfalls Verbesserungsvorschläge: "Bei Abstößen gehen wir nicht zum Ball hin, sondern warten zu lange ab", schimpfte der KSV-Coach nach dem Spiel. "Dennoch bin ich zufrieden mit den drei Punkten. Im zweiten Durchgang waren wir nicht so stark wie im ersten. Ich hatte die Jungs in der Pause wohl zu sehr gelobt", ärgerte sich Fröhling im Nachhinein.

Altenholz war zwar defensiv ausgerichtet, doch die Mannschaft von Trainer Harry Witt stand keineswegs nur hinten drin, sondern versuchte immer wieder mitzuspielen und auch Möglichkeiten herauszuarbeiten. "Das kam uns entgegen", freute sich Fröhling, dass seine Jungs leichter durch die Abwehrreihen kamen. Die Gastgeber hielten lange dagegen. Ziel war es, das 0:0 so lange wie möglich zu halten. Das gelang ihnen auch ganz gut. Defensiv befreiten sich die Altenholzer immer wieder (wenn auch teilweise mit Glück) und im Offensivbereich versuchten sie teilweise die Kieler unter Druck zu setzen. Nichtsdestotrotz war Holstein die spielbestimmende Mannschaft. Immer wieder kamen die Kieler gefährlich vor das TSVA-Tor, doch zunächst scheiterten sie entweder an der gut gestellten Abseitsfalle oder es war immer ein Bein der Gastgeber dazwischen. Nach 20 Minuten war es dann soweit. Der ansonsten tadellos haltende Patrick Jess ließ einen Schuss abprallen, den Steffen Bruhn im Nachschuss zum0:1 verwandelte. Zehn Minuten später erhöhte Florian Ziehmer nach einem schnellen Doppelpass mit Bruhn zum 0:2. Kurz vor der Pause schoss Raphael Gertz noch zum 0:3-Halbzeitstand ein (41.).

Nach der Pause zeigte Schiedsrichter Björn Adler (Flensburg) Oliver Schwind wegen eines Handspiels im eigenen Strafraum die Rote Karte (53.) und gab Elfmeter. Den von Patrick Nagel getretenen Strafstoß hielt TSVA-Keeper Jess jedoch glänzend (54.). Altenholz spielte zu zehnt besser als vorher. Das lag aber auch daran, dass Holstein einen Gang zurückschaltete. Die Gäste taten nur noch das Nötigste. Das reichte auch. Altenholz kam durch Lasse Hansen zwar noch zum Anschlusstreffer (60.), doch gefährden konnten die Schwarz-Gelben Holstein nicht mehr. Steffen Bruhn stellte mit einem sehenswerten Flugkopfball den alten Abstand wieder her und sorgte gleichzeitig für den Endstand (85.).

Veröffentlicht: Nord Sport, 30. November 2009

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