Interview mit Heiko Bonan (Trainer Rot-Weiß Ahlen)

Mit sechs Jahren begann Heiko Bonan in der Jugend von Medizin Haldensleben mit dem Fußballspielen. Als 12-Jähriger wechselte er zum 1. FC Magdeburg, wo er bis 1989 verweilte. Im Sommer 1989 ging er nach Berlin zum BFC Dynamo. In 4 Spielen konnte er Europapokal- Erfahrung sammeln. Am 12. September 1990 war er im letzten Spiel der DFV-Nationalmannschaft im Einsatz. Ab der Saison 1991/92 spielte er in der Fußball-Bundesliga beim VfL Bochum. Er bestritt alle 38 Spiele für den VfL in seiner ersten Saison. Er wechselte darauf hin nach 69 Spielen (sechs Tore) für den Revierclub zum Karlsruher SC. 1995 verließ er den KSC, für den er in zwei Jahren 53 Spiele in der Bundesliga absolvierte und dabei sechs Tore erzielte. Der Mann aus Sachsen-Anhalt wechselte zur Runde 1995/96 in die Regionalliga West/Südwest zum FC Gütersloh und schaffte dort den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Bonan zog dann weiter zum LR Ahlen in die Regionalliga. Über die weiteren Stationen SV Wilhelmshaven und RW Essen kam er in der Regionalliga auf 126 Einsätze. Noch ein Jahr spielte er in der Oberliga Westfalen an seiner alten Wirkungsstätte, dem FC Gütersloh, und beendete dort seine Fußballer-Karriere.
In der Saison 2005/2006 wechselte er in den Trainerjob. Seine erste Station war die Frauenmannschaft des FC Gütersloh 2000. Danach ging er zu den Amateuren von RW Ahlen und betreute die erste Mannschaft als Co-Trainer. Seit dem 30. Oktober 2006 ist er Chef-Trainer von Rot-Weiß Ahlen, nach dem Rücktritt von Bernard Dietz. Im Interview mit Holstein-Magazin-Mitarbeiter Henrik Heitmann sprach er über das Spiel gegen HSV II, Perspektiven und Holstein Kiel.

Ihr Statement zum letzten Spieltag gegen die Hamburger Amateure (1:2)?
Es war ein völlig verdienter Sieg der Hamburger. Wir haben zu keiner Zeit unser Spiel machen können. Somit ist der Traum vom Aufstieg ausgeträumt.

Wie ist die Stimmung in Ahlen nach der Niederlage und dem daraufhin kaum noch zu erreichenden Wiederaufstieg?
Der Wiederaufstieg war nie geplant. Unsere Zielvorstellung lautete, mit der Neubildung des Vereins, möglichst schnell, den Klassenerhalt zu sichern. Den haben wir sicherlich schon vor ein paar Wochen erreicht. Danach gab es noch die Option, um den Aufstieg mitzuspielen. Wir haben das auch versucht, aber es hat leider nicht gereicht. Einen Torschützen wie Lars Toborg, der wegen roter Karte gesperrt ist, können wir einfach nicht ersetzen. Solche widrigen Umstände wurden uns dann zum Verhängnis. Die zweite Zielsetzung war das Erreichen der DFB-Pokal-Hauptrunde in der kommenden Saison. Auch das haben wir geschafft. Insgesamt können wir zufrieden sein. Wir müssen nur aufpassen, dass die Luft jetzt nicht zu schnell raus ist, weil wir dann in der Tabelle noch weiter abrutschen würden. Das würde der Leistung der Mannschaft, über die ganze Saison betrachtet, nicht gerecht werden.

Worin liegen die Stärken und Schwächen von RW Ahlen?
Die Stärken liegen in der Geschlossenheit. Unsere Schwächen sind die Unerfahrenheit und der teilweise fehlende Killerinstinkt.

Holstein Kiel kämpft gegen den Abstieg. Wie stark schätzen Sie die Mannschaft ein?
Wir haben uns im Hinspiel schon sehr schwer getan. In dieser Saison ist keine Mannschaft weit vom Niveau der anderen entfernt. Wir werden in Kiel nur bestehen können, wenn wir als Mannschaft auftreten. Sonst wird es schwer, denn Holstein Kiel wird alles in die Waagschale werfen, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Was tun Sie dagegen, dass Ihre Spieler die Kieler nicht unterschätzen?
Das brauche ich nichts gegen tun. Wer in dieser Saison auch nur eine Mannschaft unterschätzt, ist fehl am Platz. Keine Mannschaft ist so stark, dass sie eine andere Mannschaft unterschätzen kann.

Sie sind von den Ahlen-Amateuren zur ersten Mannschaft gewechselt. Wie sieht ihre weitere Trainerkarriere aus?
Ich habe leider keine Glaskugel, das weiß ich nicht (lacht). Meine persönliche Zielstellung bleibt natürlich, so hoch wie möglich zu trainieren. Mein Traum ist natürlich, einen Erstligisten zu trainieren. Da gehört viel Glück und Geduld zu. Der Job in Ahlen bringt mir Spaß.

Was rechnen Sie sich für das Spiel in Kiel aus?
Wir werden versuchen, zu gewinnen, ganz klar!

Veröffentlicht: Stadionmagazin des Regionalligisten Holstein Kiel , 11. Mai 2007

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