Interview mit Uwe Weidemann (Trainer Fortuna Düsseldorf)

Uwe Weidemann begann bei Traktor Weißensee (1970 bis 1977) mit dem Fußballspielen. Beim FC Rot-Weiß Erfurt gelang ihm unter Trainer Hans Meyer in der Saison 1983/84 der fußballerische Durchbruch. 1987 wurde Weidemann zum Ligakonkurrenten 1. FC Lok Leipzig delegiert. Weidemann bat nach familiären Problemen um eine Rückdelegierung zu Rot-Weiß Erfurt in der neuen Saison. Obwohl die Leipziger mit diesem Wechsel nicht einverstanden waren, wechselte Weidemann 1988 zurück nach Thüringen. Vom DFV wurde er zur Strafe für seinen erneuten Vereinswechsel drei Spiele gesperrt, der 1. FC Lok Leipzig hatte sogar eine lebenslange Sperre für Weidemann gefordert. Insgesamt bestritt Weidemann 95 Spiele in der DDR-Oberliga. Für die Auswahlmannschaft der DDR bestritt Weidemann zwischen 1985 und 1990 insgesamt zehn Spiele. Nach der Wende zog es ihn zur Saison 1991/92 für eine Ablösesumme von 650.000 DM zum 1. FC Nürnberg in die Fußball-Bundesliga. Nach zwei Spielzeiten wechselte der Techniker daraufhin in die 2. Liga zu Waldhof Mannheim. Die dortigen Leistungen machten den MSV Duisburg aufmerksam, zu dem er in der folgenden Saison ging. Auch die Schalker setzten Weidemann unter Vertrag, doch hier erlebte er einen Einbruch. Nach nur 19 Einsätzen wechselte er 1996 in die 2. Liga zu Hertha BSC Berlin. Vom Verletzungspech verfolgt, konnte er in Berlin nur in sieben Einsätzen zum Bundesligaaufstieg beitragen. Nach dem Aufstieg der Hertha blieb er in der 2. Liga und wechselte zum FC Gütersloh. Seit 2004 steht Uwe Weidemann am Ruder unseres heutigen Gegners Fortuna Düsseldorf.

Ihr Statement zum Spiel gegen den FC St. Pauli?
Wir haben in diesem Spiel zwar engagiert gespielt, gut gekämpft und eigentlich auch die größeren Spielanteile gehabt. Jedoch konnten wir nicht genügend Druck im Angriff aufbauen. Pauli hatte hingegen drei Chancen und hat zwei davon verwertet. So spielt ein Tabellenführer und ein für meine Begriffe designierter Aufsteiger.

Wie sieht Ihr Saisonziel aus? (Tabellenplatz, die letzten Saisonspiele)
Wir wollen natürlich in den letzten Spielen möglichst viele Punkte holen, um nicht doch noch in die Abstiegszone zu geraten. Am besten fangen wir gleich in unserem nächsten Spiel damit an.

Worin liegen die Stärken und Schwächen von Fortuna Düsseldorf?
Die Mannschaft hat in dieser Saison mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie als Team Großes vollbringen kann. Es kam nicht von ungefähr, dass wir zum Schluss der Hinrunde auf einem Aufstiegsplatz standen. Dass wir diese Position nicht haben halten können, ist die eindeutige Schwäche, weil wir insgesamt zu wenig Kontinuität gezeigt haben. Ansonsten wäre der Weg zurück in den Profifußball sicherlich möglich gewesen.

Holstein Kiel kämpft gegen den Abstieg. Wie stark schätzen Sie die Mannschaft ein?
Ich bin verwundet, dass der KSV in ernsthaften Nöten ist, was den Klassenerhalt angeht. Denn ich glaube, dass das Team nicht schlecht besetzt ist und somit eigentlich weiter oben hätte mitmischen sollen. Wir werden gewiss nicht den Fehler begehen und die Kieler unterschätzen, sondern gehen davon aus, dass man gegen uns mit Kampf und Leidenschaft wichtige Punkte einfahren möchte.

Sie sind seit 2004 als Trainer der ersten Mannschaft von Düsseldorf tätig. Wie sieht Ihre weitere Trainerkarriere aus?
Der Verein hat mit mir erst vor einigen Wochen einen neuen Vertrag geschlossen. Die Frage dürfte sich insofern vorerst von selbst beantworten.

Was rechnen Sie sich für das Spiel in Kiel aus?
Ich erwarte eine von beiden Seiten hart umkämpfte Partie, denn die Punkte sind – wie schon erwähnt – für beide Clubs sehr wichtig. Dass ich dabei die Fortuna gerne vorne sehen möchte, möge man mir verständlicherweise nachsehen.

Veröffentlicht: Stadionmagazin des Regionalligisten Holstein Kiel, 26. Mai 2007

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