Interview mit Rainer Gosch (Trainer vom Oldenburger SV)
Die sportlichen Aussichten für den Oldenburger SV in der Verbandsliga sind nicht rosig. Mit nur zwei Siegen bei neun Niederlagen und sechs Unentschieden steht die Mannschaft auf dem 15. Tabellenplatz, einem Abstiegsplatz. NordSport sprach mit dem Trainer Rainer Gosch über die Situation.
Das Jahr 2006 geht zu Ende. Wie sieht Ihr sportliches Fazit aus?
Wir sind gut in die Saison gestartet. Teilweise haben wir unglücklich verloren. Dann begann unsere Verletzungsmisere. Sieben bis acht Spieler mussten wir ersetzen. Das Umfeld in Oldenburg ist der Auffassung, dass noch nichts verloren ist. Das sehe ich genauso. Wir stehen besser da als einige nach dem kompletten Umbruch unserer Mannschaft erwartet haben.
Sie sind sicherlich nicht mit dem Tabellenplatz zufrieden?
Auf gar keinen Fall! Denn wir haben in den ersten zwölf Spielen viel zu viele Punkte liegen gelassen, da kann ich einfach nicht zufrieden sein.
Sie haben in einigen Spielen (z.B. gegen Dornbreite Lübeck) zunächst als sicherer Sieger ausgesehen, am Ende aber nur mit einem Remis oder gar einer Niederlage dagestanden. Wie erklären Sie sich das?
Nachdem wir klar geführt haben, dachten wir in den Spielen, es ginge so weiter. Unlogischerweise ging die Ordnung verloren. Jeder ist mit nach vorne gelaufen und wollte ein Tor erzielen. Dann kamen natürlich die Konter vom Gegner. In diesen Phasen haben wir oft auch noch wegen Undiszipliniertheit eine rote Karte kassiert, sodass wir das Spiel in Unterzahl beenden mussten. Am Ende ließ dann die Kraft nach. Wir hatten immer die „Big-Points“ vor Augen und wollten das Ergebnis weiter verbessern, aber das ging leider nach hinten los. Bei einer 5:2- Führung hätten wir eigentlich den Laden dicht machen müssen.
Was muss alles noch verbessert werden?
Unsere Spielkultur muss besser werden. Wir müssen versuchen, den Ball laufen zu lassen und uns mehr zu bewegen. Wir hoffen, die Personaldecke erweitern und die Abwehr stärken zu können. Neuzugänge aus dem Umland sind bei uns als Verstärkung im Gespräch. Außerdem muss sich die Trainingsbeteiligung stark verbessern.
Wie sieht die Trainingsbeteiligung denn aus?
Wir sind momentan nur sechs bis acht Leute beim Training. Man kann den anderen Spielern aber auch nichts vorwerfen. Es sind viele Studenten dabei, die für Klausuren lernen müssen, viele Angestellte, die ihr Diplom oder ihren Meistertitel machen und Schüler, die weiter weg zur Schule gehen.
Worin liegen die Stärken vom OSV?
Die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor zeichnet uns aus. Ferner ist die mannschaftliche Geschlossenheit und die Moral meiner Truppe trotz der Tabellensituation in Takt. Wir sind eine Einheit, die an einem Strang zieht und noch viel bewegen wird und auch kann.
Sie sind erst seit diesem Jahr Trainer der Verbandsligamannschaft. Welche Erfahrungen haben Sie bisher sammeln können?
Man lernt mit jedem Spieltag dazu. Ich spreche mit den gegnerischen Trainern über Trainingseinheiten oder wie die Struktur bei denen im Verein aussieht. Man versucht dann auch viel zu übernehmen und umzusetzen, was jedoch ziemlich schwierig ist.
Schafft Oldenburg den Klassenerhalt?
Ja.
Was stimmt Sie so optimistisch?
Wir haben in der Rückrunde Heimspiele gegen TuRa Meldorf, TSV Heiligenstedten oder SV Todesfelde, die wir gewinnen müssen. Es wird Zeit, dass wir wieder drei Punkte holen und zuhause eine Macht werden.
Und was wünschen Sie sich zu Weihnachten?
Ich möchte gesund bleiben. Beruflich wünsche ich mir, als Trainer in den nächsten Jahren noch weiter zu kommen. Als Trainer in einem Internat eines Zweit- oder gar Erstligisten zu arbeiten, wäre mein großer Traum.
Veröffentlicht: NordSport, 18. Dezember 2006