Interview mit Christian Schreier (Trainer Union Berlin)

Christian Schreier spielte von 1981 bis 1991 für den VfL Bochum und Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga. Mit Leverkusen erreichte er 1988 seinen größten sportlichen Erfolg, den UEFA-Cup. In der 1. Bundesliga spielte er insgesamt 331 Mal und erzielte dabei 106 Treffer. Sogar für die deutsche Nationalmannschaft war er 1984 ein Mal aktiv. Seine Laufbahn als Fußballprofi beendete er 1996 beim SC Rot-Weiss Essen.
Seit dem 6. April diesen Jahres ist Schreier erst Trainer von Union Berlin und schaffte gleich den Aufstieg in die Fußball-Regionalliga-Nord. Im Gespräch mit dem Holstein-Magazin sprach der 47-jährige über Klassenerhalt, Frank Neubarth und Schwächen.

Haben Sie mit dem erfolgreichen Saisonstart gerechnet?

Ich habe immer davon gesprochen, dass wir zu Anfang gegen Mannschaften spielen, die mit uns auf Augenhöhe sind. In den Spielen haben wir uns ganz gut verkauft. Mit dem FC St. Pauli hatten wir den ersten „namhaften“ Gegner gehabt (0:0). Es ist schön, dass das bisher so gut geklappt hat. Meine Truppe arbeitet viel auf dem Spielfeld und dementsprechend wird es dann honoriert.

Laut Tabellenstand sieht es für Union Berlin so aus, als wenn sie keine Probleme mit dem Abstieg haben werden. Wird Union Berlin der hohen Erwartungshaltung der Fans, den Klassenerhalt zu schaffen, bis zum Ende entsprechen?

Wir wollen die Klasse halten. Ob wir das schaffen, werden wir am Ende der Saison sehen. Wenn man mal einen Blick auf die Tabelle wirft, merkt man schnell, dass da alles dicht gedrängt ist. Bis zum Abstiegsplatz sind es beispielsweise nur fünf Punkte.

Worin sehen Sie die Stärken und Schwächen Ihrer Mannschaft?

Unsere Stärke ist das geschlossene Auftreten. Wir geben alles dafür, um erfolgreich zu sein.
Unsere Schwäche liegt darin, dass wir keine Konzentration haben, um ewig die Null stehen zu lassen. Wenn wir das über 90 Minuten schaffen, wird es unglaublich schwer, gegen uns zu gewinnen. Das wird auch jeder Gegner spüren. Ich rechne natürlich auch mit Zeiten, in denen wir mal einen auf den Deckel kriegen.

Sie haben in Ihrer Karriere oft gegen Holstein-Trainer Frank Neubarth gespielt. Wie war er als Spieler?

Aufgrund seiner Spielart und Größe, war er ein sehr guter, kopfballstarker Spieler, der brandgefährlich bei Standardsituationen und Flanken von außen war. In Bremen war es damals schwer zu gewinnen.

Was halten Sie von Holstein Kiel?

Holstein hat es in dieser Saison viel leichter aufzusteigen. Die Mannschaft war letzte Saison schon sehr weit oben. Ich glaube aber, dass sie das diese Saison schaffen kann.

Wird Union Berlin Holstein Kiel schlagen?

Holstein ist zu Hause sehr stark, offensiv und schießt viele Tore. Das wird wieder eine „schöne“ Aufgabe für uns.

Wie geht das Spiel aus?

Wenn die Kieler gegen uns ein Tor schießen, werden sie wohl gewinnen. Aber das werden wir versuchen, zu verhindern.

Das Interview mit Christian Schreier führte Henrik Heitmann.


Steckbrief:

Christian Schreier

Geboren am: 04.02.1959 (47 Jahre)
Geburtsort: Merklinde/Westf.
Familienstand: verheiratet
Erlernter Beruf: Betriebsschlosser
Position: Trainer
im Team: seit 06.04.2006
vorheriger Verein: MSV Neuruppin
bisherige Vereine: Spieler: TuS Schloß-Neuhaus, VfL Bochum, Fortuna Düsseldorf, Bayer Leverkusen, Paderborn-Neuhaus, Rot-Weiß Essen, Wegberg-Beeck

Trainer: SC Paderborn, RW Essen, Wegberg-Beek, Vorwärts Kornharpen, 1. FC Saarbrücken, FC Schönberg 95

Veröffentlicht: Stadionmagazin des Regionalligisten Holstein Kiel , 16. September 2006

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