Für Comet Kiel wird es allmählich eng

Beim SC Comet spukt das Abstiegsgespenst. Nach der 1:2-Niederlage gegen Flensburg 08 wird es für das Team von Trainer Patrick Nöhren eng. "Wir haben die erste Halbzeit verschlafen", bemängelte Nöhren die fehlende Einstellung seiner Spieler. "Zum vierten Mal haben wir unser Gegentor nach einer Standardsituation kassiert. So etwas darf einfach nicht passieren. Eigentlich trainieren wir das", ist Nöhren mit seinem Latein am Ende. Dennoch mochte der Trainer nicht böse sein: "Die Entwicklung ist positiv, wir haben heute insgesamt zwei gleichwertige Teams gesehen."

Joachim Press, Trainer von Flensburg 08, war indes froh über die drei Punkte: "Auf diesem Boden kann man keinen vernünftigen Fußball spielen. Über die kämpferische Leistung haben wir heute ins Spiel gefunden und gewonnen. Auf dem Feld muss man dreckig gewinnen. In der ersten Halbzeit spielten wir wie geplant. Zwei schnelle Tore waren unser Ziel. Normalerweise hätten wir bei so vielen Chancen noch höher führen müssen. Im zweiten Durchgang haben wir nachgelassen. Ich hatte meine Spieler in der Kabine gewarnt, dass Comet noch einmal Gas geben würde. Zum Glück blieb es beim 2:1", freute sich Press nach dem verdienten Sieg.

In der Anfangsphase machte Comet durchaus Druck, erspielte sich aber bis auf eine Möglichkeit von Maciej Malkowski aus zehn Metern (3., links vorbei) keine nennenswerten Chancen heraus. Nach den ersten zehn Minuten hatte die Kieler Druckphase ein Ende. Die Flensburger, die bis dahin noch keine Torchance hatten, kamen nur bei Standardsituationen vors Kieler Gehäuse. Das reichte jedoch auch: Nach einem Freistoß von Benjamin Seebauer verlängerte Sven Beck den Ball mit dem Kopf ins Tor (11.). Fortan war es ein ausgeglichenes Spiel mit leichter Feldüberlegenheit der Gäste. Comet agierte nervös. Es schien so, als hätten die Gastgeber die Motivation und den Glauben verloren. 08 nutzte die Verunsicherungen aus. Seebauer hielt einfach mal drauf, SCC-Keeper Wenzkus ließ nur abprallen und "Abstauber" Sven Beck stand goldrichtig und verwertete zum 0:2 (19.). Die Gäste verwalteten fortan das Ergebnis, sodass sich ein Spiel zwischen den Strafräumen entwickelte. Bis auf eine Carstensen-Chance aus zehn Metern (41.) sahen die 80 Zuschauer keine Torraumszenen mehr.

Comet kam wie ausgewechselt aus der Kabine. Energisch kämpften die Blau-Gelben um jeden Ball. Chris Karstens aus 16 Metern (50.) und Patrick Mierse mit einem Freistoß aus rund 20 Metern (54.) verfehlten das Ziel nur knapp. 60 Sekunden später war es dann soweit. Nach einem Steilpass vollendete Chris Karstens zum 1:2. Die Kieler drückten Flensburg weit in deren Hälfte, ohne sich jedoch zwingende Torchancen herauszuspielen. Der Wille war da, die Ideen auch, doch es scheiterte meist an der Umsetzung. Passungenauigkeiten waren die Folge. Gefühlt landete jeder zweite Pass beim Gegner. 08 konnte sich glücklich schätzen, dass Comet nicht mehr aus den Spielanteilen machte. In der Schlussphase wollten die Kieler unbedingt noch einen Punkt einstreichen, doch die Mühe war vergebens. Die Folge: Nach dem Schlusspfiff gab es hängende Köpfe und viel Diskussionsbedarf.

Veröffentlicht: Nord Sport, 29. März 2010

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