Heide siegt im Duell "Not gegen Elend"
Not gegen Elend im „Sechs-Punkte-Spiel“: Der TSV Klausdorf verlor 0:4 gegen den Heider SV. Stefan Köpke, Trainer des Gastgebers, war nach dem Spiel alles andere als zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben uns heute wie ein Absteiger präsentiert. Wenn wir uns in Zukunft taktisch und technisch nicht bessern, stehen wir bald als Absteiger fest“, schimpfte Köpke, kritisierte aber nicht nur seine Spieler: „Momentan hadere ich auch mit den Schiedsrichterentscheidungen. Es gab Situationen, da hätte er pfeifen, wenn nicht sogar die gelbe Karte zeigen müssen“, war Klausdorfs Trainer unzufrieden mit Schiedsrichter Michael Mond.
Klausdorf agierte nervös. Der Abstiegskampf saß den Gastgebern im Nacken. Allerdings schien dies die Spieler eher zu lähmen als zu motivieren. Kampf war nicht zu sehen. Auch Heide brachte wenig Produktives zustande. In der 15. Minute schossen die Gäste zwar durch Alex Hardock aus 16 Metern das 0:1, doch hatte das Spiel bis zu diesem Zeitpunkt kein Tor verdient. Zufallsprodukte gab es en masse. Viele hohe Bälle sahen die (nur) 55 Zuschauer. „Der Ball ist mehr in der Luft als auf dem Boden“, bemerkte ein Zuschauer genervt. Zwingende Torchancen blieben aus. Außer dass Heides Schreihals Marcell Voss seine Mitspieler anschrie anstatt aufzubauen, kam kaum Stimmung auf. Abstiegskampf in der höchsten Klasse Schleswig-Holsteins? Nein. Es machte eher den Eindruck von sinnlosem Freizeit-„Gebolze“.
Das wurde auch nach der Pause nicht besser. Es blieb eine an Höhepunkte arme Partie. Nach einem Foul von Schmedemann im eigenen Strafraum, zeigte SR Mond auf den Punkt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Andre Ladendorf (55.). Die zweite Halbzeit stand für viele Fouls und unfaire, aggressiv geführte Zweikämpfe. Heides Schreihals Voss sowie Klausdorfs Trociewicz mussten wegen wiederholten Foulspiels frühzeitig duschen gehen. „Zwischen der 50. und 65. Minute kamen wir etwas besser in die Gänge“, beobachtete Köpke vom Spielfeldrand. Allerdings war es das denn auch aus Klausdorfer Sicht. In der Schlussphase erhöhte Heide gegen schlechte Klausdorfer durch Borwieck (84.) und Ladendorf (90.) noch zu einem in der Höhe nicht verdienten 0:4.
„Uns fehlen die eins, zwei Situationen, die uns in der Vergangenheit immer gerettet haben. Viele Spieler sind momentan weit von ihrer Leistungsgrenze entfernt. In der Schleswig-Holstein-Liga müssen wir alle mindestens 90 Prozent geben, damit wir bestehen können. Das hat man heute leider nicht gesehen. Wir waren ideen- und einfallslos. Jetzt müssen wir uns das Glück erzwingen und gegen den Abstieg kämpfen“, forderte Stefan Köpke in Zukunft mehr Einsatzbereitschaft seiner Spieler.
Veröffentlicht: Nord Sport, 6. April 2010