Glanzloser Kilia-Erfolg über Bargteheide
Bei schönen sonnigen Fußballwetter siegte der FC Kilia Kiel in einem Spiel mit unterdurchschnittlichem Verbandsliganiveau gegen den TSV Bargteheide deutlich und dennoch glücklich mit 3:0. „Das war kein Sieg mit Sahne“, resümierte Kilias Trainer Frank Drews nach dem Spiel.
Dabei begannen die Kieler das Spiel druckvoll und entschlossen. Es war zu spüren, dass die Mannen von Frank Drews den Gästen zeigen wollten, wer Herr im Hause ist. Die ersten Tormöglichkeiten hatte aber Bargteheide.
Doch sowohl Malte Buchholz aus 17 Metern (8.), Keven Kranik aus elf Metern (11.) und Nils Grundt aus 22 Metern (14.) vergaben aus aussichtsreichen Positionen. Die Kieler ließen sich nun zunehmend von den Gästen den Schneid abkaufen. Kiel spielte pomadig, die Aktionen waren nur wenig zwingend. Mit Ausnahme zweier Kopfbälle von Manuel Meier nach Eckbällen (26./28.), gelang es der Drews-Elf nicht, sich zwingende Tormöglichkeiten zu erspielen. Anders dagegen die Bargteheider: Hinten Kompakt stehend und aufopferungsvoll kämpfend zeigten sie weiterhin keinen großen Respekt vor dem Aufstiegsaspiranten. Die Gäste erarbeiteten sich weitere Chancen durch Erol Siegert mit einem Schuss aus 16 Metern (36.), sowie Keven Kranik mit einem strammen Schuss aus 20 Metern, der knapp rechts am Winkel vorbei ging (42.). Ohne Engagement und Laufbereitschaft spulte Kiel die erste Halbzeit herunter und quälte die Zuschauer mit Schlafwagen-Fußball, der zur Pause von einigen Anhängern mit ironischem Applaus quittiert wurde.
Sofort nach dem Wiederanpfiff übernahmen die Hausherren das Kommando. Nach einer Flanke von Kiels Christoph Hipp aus rechter Position hatte Florian Tinnemann die Führung auf dem Kopf (46.). Die Kieler erhöhten den Druck, doch vergaben auch die nächste große Torchance, als Christoph Schultz nach einem Gestocher im Strafraum den Ball in Richtung Tor schob und mit Mario Witt der eigene Mann kurz vor der Torlinie für die gesamte, bereits geschlagene Gästeabwehr „rettete“ (47.). Das war nichts für schwache Nerven! Sieben Minuten später nahm sich Manuel Meier aus 22 Metern ein Herz und verpasste mit seinem Schuss nur knapp das Gehäuse von Torwart Steffen Johann. In der 63. Minute gab es dann doch die Erlösung für die Kieler Verantwortlichen und Fans: Nach einer Linksflanke von Stefan Schmitz, schraubte sich Christoph Schultz im Strafraum am höchsten und traf mit dem Kopf zum 1:0. Dieses Tor beflügelte Kilia. Die Mannschaft spielte nun mit mehr Biss und Entschlossenheit. Den Lohn erhielt Kiel sieben Minuten später: Stefan Schmitz baute mit einem Rechtsschuss aus 20 Metern die Führung auf 2:0 aus (70.). Pech für TSV-Torhüter Steffen Johann in dieser Szene, denn der Ball rutschte ihm zur Überraschung aller unter dem Bauch durch die aufnahmebereiten Händen ins Netz! Drei Minuten später bekam Christoph Hipp aus einem Getümmel im Bargteheider Strafraum den Ball und machte aus 15 Metern die klare 3:0-Führung. Die Gäste gaben sich trotz des deutlichen Rückstandes nicht auf und bemühten sich, zumindest den Ehrentreffer zu erzielen - aber erfolglos.
Nach dem mäßigen Spiel fasste Kilia-Trainer Drews die Leistung seiner Mannschaft zusammen: „Wir waren nicht aggressiv genug und konnten leider nicht an letzte Woche anknüpfen.“ Bargteheides Trainer Reinhard Lindtner sah den Grund für die Niederlage im frühen Ausscheiden seines Mittelfeldakteurs Nils Grundt: „Nachdem ich ihn ausgewechselt hatte, fehlte die gesamte Ordnung meiner Mannschaft.“
Veröffentlicht: NordSport, 25. September 2006