Altenholz hält Todesfelde weiter auf Distanz
Der Spruch des Tages passte eindeutig zum Spielverlauf: „Wenn man einen Hund einschläfern möchte, muss man ihn nur fünf Minuten hier zugucken lassen!“, schimpfte ein Zuschauer auf der Tribüne. Im Kampf um den Klassenerhalt trennten sich der TSV Altenholz und der SV Todesfelde 0:0-Unentschieden. Der Punkt ist für Altenholz sehr wichtig, um die Qualifikation für die neue Schleswig-Holstein-Liga unter Dach und Fach zu bringen. Todesfelde hätte sich im Duell gegen einen Abstiegskonkurrenten mehr erhofft: „Wir waren die bessere Mannschaft. Uns fehlte die Konsequenz und Genauigkeit im Abschluss“, ärgerte sich SV-Trainer Weber nach dem Spiel, „gegen Weiche, Bargteheide und auch gegen Altenholz hätten wir jeweils drei Zähler mitnehmen müssen! Dann hätten wir sechs Punkte mehr und ständen nicht so unter Druck.“ Todesfelde belegt mit dem Punktgewinn weiterhin den 13. Tabellenplatz. Noch haben sie drei Spiele und können mit möglichen neun Punkten den Klassenerhalt in letzter Sekunde schaffen. Zunächst müssen die Todesfelder aber weiter um die Fünftklassigkeit zittern.
Es war eine an Höhepunkten arme Partie. Torchancen blieben Mangelware. Todesfelde zeigte sich bemüht, Akzente zu setzen, um die dringend nötigen drei Punkte einzufahren, doch Offensivaktionen blieben zunächst aus. Die erste und lange Zeit einzige Chance hatten die Gastgeber. Niklas Zöchling probierte es per Kopf, doch seinen Versuch rettete Torben Puls auf der Linie (5.). Nach 22 Minuten zeigte Todesfelde sein erstes Lebenszeichen. Metin Sari schoss aus zwölf Metern aufs Tor, doch TSV-Keeper Rohleder parierte. Mit dem weiteren Spielverlauf wurde Todesfelde ruhiger im Spielaufbau, war nicht mehr so planlos und überhastet wie vorher. In der Schlussphase der ersten Hälfte kamen Ronny Tetzlaff aus fünf Metern (38.) und Matin Sari aus elf Metern (40.) gefährlich vor das Altenholzer Tor, doch beide verwerteten ihre Möglichkeiten nicht. Es scheiterte an der Unkonzentriertheit und der Coolness. Für Altenholz hatten Oliver Schwind aus 20 Metern (45.) und Christopher Kramer im Drehschuss (45./+1) noch zwei Chancen.
Die zweite Halbzeit war so wie die Erste. Not gegen Elend. Der Zuschauer nahm mehr Foulspiele wahr, als vernünftige Spielzüge. Es blieb ein Spiel zwischen den Strafräumen. Beide Mannschaften hatten keine guten Offensivaktionen. Todesfelde lief häufig in die clevere Abseitsfalle der Gastgeber und stoppte sich somit selbst in der Vorwärtsbewegung. Die Nerven lagen so blank bei den Gästen, dass jede Schiedsrichterentscheidung auf und außerhalb des Spielfeldes lautstark kritisiert wurde. Der ausgewechselte Nico Timmermann sah sogar noch die Gelbe Karte, obwohl er gar nicht mehr aktiv am Spiel teilnahm (84.).
„So ein Spiel zwischen zwei möglichen Absteigern hat eine hohe Intensität. Da steht das Fußballerische häufig hinten an. Ich bin mit meiner Mannschaft sehr zufrieden. Mit dem Punkt halten wir die Mitstreiter weiter auf Abstand“, sieht Altenholz’ Trainer Harry Witt dem Klassenerhalt positiv entgegen.
Veröffentlicht: NordSport, 26. Mai 2008