Interview mit Hans Werner Moors (Trainer Preußen Münster)

„Wir fahren nicht zum Kaffeekränzchen nach Kiel!“

Herr Moors, wie geht es Ihnen so in Münster?
Ich wohne schon seit vielen Jahren in Münster. Meine Familie und Freunde sind hier. Insofern geht es mir ganz gut.

Welche positiven Erinnerungen haben Sie an Ihre Zeit in Kiel?
Ich will jetzt nicht übertreiben, aber ich habe das Gefühl, dass ich einen großen Anteil habe, dass Kiel nach einer sehr, sehr schwierigen Situation heute noch in der Regionalliga spielt. Mehr aber auch nicht.

Was sagen Sie zur heutigen Mannschaft der KSV Holstein und dem neuen Trainer frank Neubarth?
Über Kollegen äußere ich mich grundsätzlich nicht. Die Mannschaft wurde „runderneuert“, was ich ja auch schon damals vorgeschlagen hatte. Das haben sie gut hingekriegt. Ich denke, Holstein hat den richtigen Schritt gemacht.

Wie stark schätzen Sie Ihre Mannschaft Preußen Münster ein?
Wir haben eine „normale“ Regionalligamannschaft, mit der wir uns vor anderen Mannschaften nicht verstecken müssen. Wir sind aber noch nicht so konstant, wie ich mir das vorstelle. Daran müssen wir noch arbeiten. An guten Tagen können wir überall bestehen. Ich hoffe natürlich, dass wir in Kiel einen guten Tag erwischen.

In Ihrer Mannschaft spielen die Ex- Holsteiner Matthias Rose und Sören Seidel, die Sie auch schon in Kiel trainiert haben. Wie finden sie sich bei Preußen Münster zurecht?
Sören Seidel hat den Sprung zum Stammspieler geschafft. Er hat zwar noch nicht so häufig das Tor getroffen, wie wir uns das vorstellen, aber er arbeitet gut für die Mannschaft. Matthias Rose hat ein bisschen Pech gehabt: er hat sich in der Vorbereitung leicht verletzt und nach seinen ersten beiden Spielen erneut. Aber er ist ein wichtiger Spieler innerhalb der Mannschaft und ich denke, dass seine Verpflichtung richtig war.

Welchen Spieler aus dem heutigen Kader von Holstein hätten Sie gerne in Ihrer heutigen Mannschat Preußen Münster?
Da gibt es einige, aber um mal zwei zu nennen: Dennis Tornieporth, der sich so entwickelt hat, wie ich es mir damals auch vorgestellt habe, und Thomas Piorunek, der ja von uns kommt; den hätte ich gerne behalten.

Rechnen Sie sich bei Ihrem Gastspiel in Kiel eine Siegchance aus?
Ja, sonst bräuchten wir ja nicht nach Kiel fahren. Man fährt ja nicht für ein Kaffeekränzchen von Münster nach Kiel. Wir sind nicht chancenlos! Bei allem Respekt, Holstein ist eine gute Mannschaft, aber das heißt ja nicht, dass sie mühelos durch die Liga marschieren.

Welchen Platz nimmt Preußen Münster am Ende der Saison ein?
Die Tabelle ist ja nur eingeschränkt aussagekräftig, da von den 19 Mannschaften nicht alle gleich viele Spiele absolviert haben. Wir gehören sicher nicht in den Tabellenkeller. Wir streben einen Platz im Mittelfeld an. Wenn man die Historie von Preußen Münster in den letzten Jahren betrachtet, so wäre das eine sehr gute Leistung.

Stellen Sie sich vor, dass Sie den Wunsch freihätten, drei Dinge nach dem Spiel aus Kiel mitzunehmen. Welche wären das?
Ich würde einen Spieler und all meine Freunde, die ich in Kiel gewonnen habe, mitnehmen. Und natürlich die Förde gar keine Frage! Dort am Wasser habe ich mich immer wohlgefühlt, DAS ist Lebensqualität!!!

Veröffentlicht: Stadionmagazin des Regionalligisten Holstein Kiel , 1. Oktober 2004

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