Interview mit Uwe Fuchs (Trainer Wuppertaler SV)

Uwe Fuchs stammt aus einer Fußballer-Familie. Bereits sein Vater Fritz Fuchs und sein Onkel Werner Fuchs waren als Spieler und Trainer aktiv. Während seiner Spielerkarriere wurde er aufgrund seiner vielen Stationen als Wandervogel bezeichnet. Seine Laufbahn wurde von vielen Verletzungen begleitet. Um so erstaunlicher daher, dass er die meisten Jahre dennoch in der 1. Bundesliga verbrachte.
Bei seiner letzten Bundesligastation, Arminia Bielefeld, gelangen Uwe Fuchs über zwei Jahre hinweg nur 25 Einsätze und vier Tore. Im Gespräch mit Holstein-Magazin-Redakteur Henrik Heitmann spricht der 40-Jährige über die Vorbereitung, die Erwartungen und den Aufstieg.

Wie verlief Ihre Vorbereitung auf die kommenden Spiele?
Die verlief relativ bescheiden. Wir hatten in der Mannschaft viele gesundheitliche Probleme. Einige Spieler lagen mit Magen-Darm-Virus flach, andere zogen sich Erkältungskrankheiten zu. Somit konnten wir nicht in der kompletten Formation trainieren. Dazu kommt die schlechte Witterung, die auch in Wuppertal schlimme Platzverhältnisse verursacht hat. Wir haben aber natürlich trotzdem versucht, das Beste aus der Situation zu machen.

Auf welche Trainingseinheiten haben Sie bei dem Trainingslager auf Palma de Mallorca viel wert gelegt?
Das wichtigste am Trainingslager auf Mallorca war, dass wir endlich unter guten Bedingungen im Freien Fußball spielen konnten. Trainiert haben wir unspektakuläre Dinge wie das Spiel mit und ohne Ball.

Welche Neuzugänge haben Sie verpflichtet?
Wir haben Tobias Damm vom 1. FSV Mainz 05 verpflichtet. Und Manuel Bölstler, der sich im Hinspiel gegen Holstein Kiel verletzt hatte und seitdem nicht mehr spielen konnte, ist wieder fit. Für mich zählt er auch als „Neuzugang“.

Worin liegen die Stärken und Schwächen Ihrer Mannschaft?
Die Schwäche liegt in der Unerfahrenheit meiner sehr jungen Mannschaft. Die sehr gute Leistungsbereitschaft meines Teams ist unsere große Stärke.

Was kann/muss in Ihren Spielern noch besser werden?
Wer in der dritten Liga spielt, kann alles verbessern, sonst wäre er bei Real Madrid! Schnelligkeit, Kraft, Taktik, Passspiel- einfach alles!

Der Wuppertaler SV Borussia steht auf einem Aufstiegsplatz. Steigen Sie auf?
Wir haben uns am Anfang der Saison das Ziel gesetzt, ganz oben in der Tabelle mitzuspielen, um die „großen“ Vereine zu ärgern. Das ist uns bisher ganz gut gelungen. Wir werden auf jeden Fall unserer Linie treu bleiben und sehen am Ende der Saison, was dabei herausgekommen ist. Wir würden einen Aufstieg nicht ablehnen!

Gilt ihr Vertrag auch in der zweiten Liga?
Mein Vertrag ist für die Regionalliga und läuft bis zum 30.06.2008. Ich mache mir noch keine Gedanken, ob ich den Wuppertaler SV Borussia in der zweiten Liga trainieren würde. Mein Anspruch als Trainer ist aber nachhaltiges Arbeiten.

Mit welchen Erwartungen kommen Sie nach Kiel?
Holstein Kiel müsste eigentlich auf unserem Tabellenplatz stehen. Die Mannschaft habe ich eher im Aufstiegsrennen statt im Abstiegskampf erwartet.
Es wird ein anspruchsvolles Spiel und ein guter Prüfstand für uns. Das Ambiente im neuen Stadion ist bestimmt prickelnder als früher. Wir kommen gerne nach Kiel und wollen mit gutem Fußball Lust und Laune verbreiten.

Schafft Holstein den Klassenerhalt?
Mehr als locker! Mit dem Spielerpotential, das Holstein Kiel aufweist, sollte es problemlos klappen.

Wie geht das Spiel aus?
Ich gehe grundsätzlich in ein Spiel, um es zu gewinnen. Wir wollen zunächst guten Fußball bieten und werden dann sehen, ob es zum Sieg gelangt hat.

Veröffentlicht: Stadionmagazin des Regionalligisten Holstein Kiel , 16. Februar 2007

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