Du hast die Wahl

Ob unrasiert, besoffen oder halbnackt – peinliche und private Fotos und Videos sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Vor allem Jugendliche stellen immer wieder das neueste von sich und ihren Freunden ins Internet, um Eindruck zu machen. Doch ist das überhaupt von den Freunden gewollt? „Bei uns laufen jede Woche Beschwerden von Jugendlichen auf, weil Freunde und Bekannte etwas von ihnen ins Netz gestellt haben“, betonte Landesdatenschützer Thilo Wichert, der zusammen mit Bildungsminister Ekkehard Klug unter dem Motto „Entscheide Du – sonst tun es andere für Dich!“ eine Broschüre drucken ließ.
Gedanken und Fakten zum Thema Datenschutz
In dieser Broschüre geht es um Datenschutz. Es geht darum, wie Informationen über Menschen von anderen genutzt und missbraucht werden können und wie sich diese schützen können. Einiges wird man mit Sicherheit schon wissen, anderes ist einem aber wahrscheinlich völlig neu. Die Broschüre soll einen Beitrag zur Diskussion leisten und besonders Schülerinnen und Schülern neue Sichtweisen eröffnen. Denn es ist die Entscheidung eines jeden Einzelnen, ob und was von ihm im Internet ist.
„Shit happens“: Von ärgerlich bis unerhört
Das Heft informiert unter anderem kurz und sachlich, welche Versehen den Jugendlichen in letzter Zeit passiert sind. Die Bandbreite ist enorm. In einem Schulnetzwerk wurde die Plattform von einigen Schülern missbraucht. Der entsprechende Schulleiter stellte die „Täter“ schnell und verhängte entsprechende Maßnahmen – ärgerlich. Unerhört wird es allerdings, wenn ein Mädchen von sich Fotos in ein Netzwerk lädt und ihr Gesicht kurze Zeit später auf einer Neonazi-Seite wiederfindet. Unter dem Titel „Norwegische Schönheiten“ befanden sich Bilder von 122 Mädchen. Eins davon war von ihr. Dazu war der Text abgebildet: „Bilder für jeden, der die nordische Rasse liebt.“ Alle Mädchen wussten nichts davon.
Tipps von den Profis
1. Wenn du deine persönlichen Daten herausgibst, hast du ein Recht darauf, zu erfahren, wer diese Daten erhebt, wofür sie verwendet werden, ob sie an andere Personen weitergegeben werden und, falls dies der Fall ist, wer alles Zugang dazu haben wird.
2. Du hast Anspruch darauf zu erfahren, welche Daten andere über dich speichern, wofür diese Informationen verwendet werden und wie sie diese Informationen erhalten haben.
3. Du kannst verlangen, dass falsche oder unvollständige Informationen korrigiert werden.
4. Daten, die nicht länger für den ursprünglichen Zweck benötigt werden, müssen gelöscht werden.
Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler
Da vor allem Schülerinnen und Schüler diese Ärgernisse passieren, ruft das „Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein“ (ULD) Schulen auf, die Broschüren zu bestellen – gerne auch in Klassensätzen. Bislang wurden (nur) 10.000 Exemplare gedruckt. Interessierte Jugendliche, Eltern oder Lehrer finden die Broschüre auch im Internet unter https://www.datenschutzzentrum.de/download/entscheide-du.pdf und können sie dort herunterladen.

Veröffentlicht: Lütjenburger Rundblick, 16. Dezember 2009

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