Kilia landet erhofften Befreiungsschlag
Der FC Kilia Kiel hat den erhofften Befreiungsschlag gelandet und zugleich die Negativserie von SV Eichede verlängert. Zutreffend fasste Kilias Trainer Frank Drews den 2:1-Erfolg zusammen: „Es war ein Sieg ohne Glanz. Dennoch war er verdient. Wir brauchten unbedingt die Punkte.“
Die Gäste zogen sich gleich zu Beginn weit in die eigene Hälfte zurück und gaben das ganze Mittelfeld fast kampflos preis. (Lass: „Kilia wusste zum Teil gar nicht, was sie machen sollten.“). Eine viertel Stunde brauchten die Hausherren für die erste Torchance. Hierbei zog Stefan Schmitz aus 20 Metern ab und verpasste den rechten Winkel nur knapp. Völlig überraschend bescherte Manuel Meier zwei Minuten später das Führungstor: Eichedes Naim Osmani verlor im Mittelfeld den Ball an Robin Ziesecke, der auf das gegnerische Tor zulief, anschließend auf den mitgelaufenen Meier passte, der locker aus zehn Metern einschob. Torwart Markus Venz hatte keine Chance. Eichede kam erst vier Minuten später vor das Kilia-Gehäuse. Nach einem Freistoß von Torben Bischkopf verpasste Jan-Ole Rienhoff das Tor aus fünf Metern. Statt Tempo und Tricks bekamen die rund 140 Zuschauer Fehlpässe, Missverständnisse und Unsicherheiten in Distanzschüssen in Hülle und Fülle geboten. So versuchte Robin Ziesecke aus 18 Metern sein Glück, traf aber den Ball nicht richtig und schoss links über das Tor hinaus (22.). Das Team von Trainer André Lass ließ aber über weite Strecken ebenfalls die nötige Kreativität vermissen, um die sichere Gastgeber-Abwehr in Verlegenheit zu bringen. Erst Torge Maltzahn aus 18 Metern (27.) und dann Naim Osmani aus 14 Metern (32.). Bei dem anschließenden Eckball gelang es Torge Maltzahn nicht, den Ball aus 18 Metern zu verwerten. Es war mit 1:0 ein verdientes Halbzeitergebnis, dennoch enttäuschend.
Die zweite Halbzeit begann so, wie die Erste aufgehört hat. Mit wenig Torchancen und Kombinationsspiel langweilten die beiden Mannschaften die Zuschauer mit Schlafwagen-Fußball. Nach acht Minuten lupfte Manuel Meier über Eichede-Keeper Venz links am Tor vorbei. In der 66. Minute machte sich der gerade eingewechselte Dennis Sudbrak mit einem Distanzschuss bemerkbar, der knapp rechts vorbei ging. Wie aus dem Nichts gelang Mario Witt vier Minuten später nach einer Ziesecke-Flanke mit einem Schuss aus 14 Metern das 2:0. Angesichts des klaren Vorsprungs tat Kilia nicht mehr viel. Anders dagegen Eichede in der Schlussminute: Aus dem Gewühl im Kilia-Strafraum schoss Naim Osmani den Anschlusstreffer.
Eichedes Trainer André Lass war trotz der Niederlage zufrieden: „Wir waren meiner Ansicht nach die bessere Mannschaft. Durch zwei individuelle Fehler fingen wir die beiden Gegentreffer. Das hat meine Mannschaft echt nicht verdient.“
Veröffentlicht: NordSport, 30. Oktober 2006