Interview mit Claus- Dieter Wollitz (Trainer KFC Uerdingen)
„Wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben“
Wie haben Sie Ihre Mannschaft in der Winterpause auf die nächsten Rückrundenspiele vorbereitet?
Ich habe sie so vorbereitet, dass jeder Spieler in der Lage ist, besser zu spielen als in der Hinrunde.
Sind Sie zufrieden mit dem Verlauf der Vorbereitung?
Ich bin mit dem körperlichen Zustand der Mannschaft zufrieden. Die zum Teil guten Ergebnisse in den Vorbereitungsspielen zählen für mich aber nicht. Entscheidend ist, was in der Meisterschaft passiert.
Was soll besser werden?
Wir wollen mehr Tore erzielen und kompakter spielen.
Sie haben einige ehemalige Bundesligaprofis mit in Ihren Reihen. Das kostet Geld. Wie steht’s denn um die finanzielle Lage des Vereins?
Ehemalige Bundesligaspieler – das muss nicht gleich bedeuten, dass sie sehr viel Geld verdienen! Der KFC Uerdingen hat den zweitgeringsten Etat in der Liga. Wir müssen mit sehr bescheidenen Mittel arbeiten. Der Verein hat vor einem Jahr das Schlimmste abgewendet. Wir müssen mit dem, was wir im Moment haben, zufrieden sein und das Beste daraus machen.
Das Hinrundenspiel zwischen KFC Uerdingen und Holstein Kiel endete im Sommer 3:3. Glauben Sie, dass Ihre Mannschaft gegen Kiel diesmal wieder nicht verlieren wird?
Das hängt von vielen Faktoren ab. Holstein Kiel hat nach einem schlechten Saisonstart in den letzten Spielen gut gepunktet. Der zurückgeholte ehemalige Trainer Gerd Volker Schock hat die richtige Mischung gefunden und die Mannschaft wieder auf die Erfolgsspur gebracht. Holstein Kiel spielt sehr kompakt und ist mit Spielern wie Dowe, Breitenreiter, Teixeira sehr erfahren. Im ersten Spiel nach der viel zu langen Winterpause ist jedes Ergebnis möglich. Es hängt viel davon ab, nun schnell den richtigen Rhythmus zu finden. Es wird aber unglaublich schwer für uns, in Kiel zu punkten. Wir werden aber alles dafür tun.
Welchen Platz wird Uerdingen am Ende der Saison belegen?
Wir wollten nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Nun haben wir 6 Punkte Abstand zu einem Abstiegsplatz, Kiel 5 Punkte. Die Mannschaft, die das Spiel am 28.2. gewinnt, kann sich im Mittelfeld festigen, vielleicht sogar im oberen Mittelfeld. Der Verlierer aus diesem Spiel muss aufpassen, das er nicht wieder unten reinrutscht.
Sie sind seit dem Sommer 2002 Trainer in Uerdingen. Welcher Trainerposten (außer natürlich in Uerdingen) würde Sie besonders reizen?
Das kann ich so gar nicht sagen. Ich bin erst seit 1 ½ Jahren Trainer und mache die Arbeit ganz gerne. Ich fühle mich in Krefeld sehr wohl, zumal ich mit meiner Familie hier schon seit einigen Jahren lebe. Hier möchte ich gute Arbeit leisten. Alles andere lasse ich auf mich zukommen.
Obwohl Sie kein Brasilianer sind, nannte man Sie „PELE“. Wie kamen Sie zu dem Spitznamen?
Das ist schon so viele Jahre her...! Mein Spitzname, den ich als Spieler hatte, ist mir nicht mehr so wichtig. Ich bin jetzt Trainer und da ist nur wichtig, das meine Mannschaft „funktioniert“.
Veröffentlicht: Stadionmagazin des Regionalligisten Holstein Kiel, 28. Februar 2004