Holstein drückend überlegen, aber nur 1:1

Katerstimmung bei der zweiten Mannschaft der KSV Holstein nach dem mageren 1:1-Unentschieden gegen Flensburg 08. "Dieses Spiel muss man gewinnen. Wir sind zu fahrlässig mit unseren Tormöglichkeiten umgegangen", resümierte Holstein-Trainer Michael Bauer. "Flensburg war nur bei Standardsituationen in unserer Hälfte", war Bauer enttäuscht wegen des Verlustes von zwei Punkten.

Holstein Kiel begann stark, nahm das Zepter sofort in die Hand und baute Druck auf die Gäste auf. Flensburg wirkte zunächst zurückhaltend, hatte kaum Spielanteile, geschweige denn Tormöglichkeiten. Die Gastgeber drückten 08 weit in deren Hälfte, ohne zunächst zwingende Torchancen heraus zu spielen. So verschoss Mariusz Zmijak aus 16 Metern (7.), nach einer Hereingabe von Florian Ziehmer, oder Zmijak versuchte es mit dem Kopf aus zehn Metern (15.), doch 08-Torwart Finn Hübner hielt den "laschen" Ball ohne Probleme. Holstein ließ im Defensivbereich kaum etwas zu, das meiste spielte sich in der 08-Hälfte ab. Dennoch schafften die "Störche" es nicht, den Ball im 08-Gehäuse unterzubringen. Andy Rinaldi hatte zwei Mal die Möglichkeit zum Führungstreffer. Sein Freistoß aus 16 Metern ging knapp übers Tor (20.), fünf Minuten später schoss er den Ball in die Arme von Finn Hübner. Die Präzision ließ bei den Gastgebern zu wünschen übrig. Die Chancen waren vorhanden, aber blieben alle ungenutzt. Dominik Balcer hatte aus 25 Metern Pech und traf nur das Aluminium (41.). Und Flensburg? Die Gäste waren bemüht, gegen die vielen Offensivaktionen der Kieler anzukämpfen. Die wenigen Angriffsbemühungen von 08 fanden entweder keinen Abschluss oder kamen zu unpräzise aufs Tor. Dennoch reichte 08 eine (!) zwingende Möglichkeit im ersten Durchgang, um überraschend in Führung zu gehen: Einen Freistoß von Benjamin Seebauer verwertete "Malle" Ben-Djebbi zum 0:1-Halbzeitstand (43.).

Nach der Pause war zunächst nicht zu sehen, dass Holstein um Wiedergutmachung bemüht war. Flensburg spielte aggressiver als im ersten Durchgang und versuchte immer wieder, zu kontern, doch die zahlreichen Versuche scheiterten meist im Ansatz. Nach knapp einer Viertelstunde übernahm Holstein wieder das Heft und hatte Chancen durch Paul Camps aus 18 Metern (58.) und Nico Schrum aus zwei Metern mit dem Kopf (59.). Von Minute zu Minute wuchs der Druck auf 08, doch die Kieler fanden entweder nicht zum Abschluss oder es haperte am finalen Pass. Pech kam auch noch hinzu. Tim Wulff schoss mit einem Seitfallzieher 08-Torwart Hübner an, im Nachschuss traf Nico Schrum nur einen Abwehrspieler (65.). Flensburg rannte fast nur noch dem Ball hinterher, kam kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus und überließ Holstein das Kommando. Neun Minuten vor dem Ende traf Tim Wulff doch noch zum verdienten Ausgleich. Mit einem Drehschuss verwandelte er aus 16 Metern zum 1:1-Endstand.

"Wir haben bisher noch keinen Gegner so an die Wand gespielt wie Flensburg", bilanzierte Michael Bauer nach dem Spiel.

Holstein Kiel II: Dittmann - Camps, Schmitt (72. Petersen), Hasler, Rinaldi - Meshekrani (79. Abel) - Balcer (66. Kastner), Ziehmer, Schrum, Zmijak - Wulff.

Flensburg 08: Hübner - Will, Staackmann, Wulf, Hüssen Oglou - Rachner, Voigt - Andresen (87. Hansen), Seebauer, Ben-Djebbi - Türkoglu (90. Herre).

SR: Hogrefe (Horst).

Zuschauer: 140.

Tore: 0:1 Ben-Djebbi (43.), 1:1 Wulff (81.).

Veröffentlicht: Nord Sport, 30. März 2009

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