Pries: „Wir müssen lernen, zu verlieren!“

Aufsteiger TSV Bordesholm hat es geschafft. Zwei Jahre hintereinander verpasste die Elf von Trainer Sönke Pries den Aufstieg nur knapp. In diesem Jahr war es dann endlich so weit. „Wir freuen uns, in der höchsten Klasse Schleswig-Holsteins zu spielen“, ist Pries froh.
Der Trainer möchte sich mit seiner Mannschaft in der SH-Liga etablieren und „so schnell wie möglich stabilisieren.“ Die Liga hätte laut Pries dieses Jahr noch an Qualität gewonnen, denn die vermeintlich schwächeren Gegner Klausdorf und Comet sind abgestiegen. „Mit Todesfelde, FC Sylt und Bordesholm wird die Klasse in der nächsten Saison noch mal aufgewertet“, findet Pries und fügt hinzu: „Wir müssen so früh wie möglich die Punkte holen.“
Dabei dürfen die Kicker vom TSV nicht überheblich in die Saison gehen. Hat die Elf in der abgelaufenen Serie doch nur sechs von 68 Spielen verloren. „Im Kopf muss jetzt was passieren. Wir müssen lernen, zu verlieren.“
Dennoch sind sich alle beim Aufsteiger sicher. Die SH-Liga wird kein Ein-Jahres-Projekt. Im Gegenteil: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir nicht absteigen.“ Es gäbe Mannschaften wie Heikendorfer SV und Schleswig 06, die auf dem selben Niveau wie der TSVB spielen. „Gegen solche Mannschaften wollen wir gewinnen. Die stärkeren Teams müssen wir ärgern.“
Die Saisonvorbereitung verlief bei aller Anfangseuphorie alles andere als zufriedenstellend. Urlaubsfahrer Christoph Schultz, Sven von Levern, Peer Rogge fallen in der wichtigen Phase der Vorbereitung aus, Henning Theen (Uni) und Finn Rogge (noch drei Monate nicht einsatzbereit) können ebenfalls nicht dabei sein. Als „holprig“ bezeichnet Pries den Start, doch er ist voller Optimismus, in der kommenden Woche zum Start perfekt vorbereitet zu sein.
„Wir haben keine Angst, auch wenn wir personell angespannt sind. Die Euphorie in der Stadt ist groß, jetzt wollen wir uns auch beweisen.“ Die Spieler sind mittlerweile auch heiß auf die SH-Liga. Fing das Team von Pries doch als erste Mannschaft der Liga an, zu trainieren. „Meine Jungs wollen auf den Platz und ihr Können zeigen.“
Während der Vorbereitung stören Pries die zahlreichen Pokalspiele. „Ich kann es nicht verstehen, dass man vier Tage vor dem ersten Saisonspiel noch ein Pokalspiel ansetzen muss. Da kann ich mir durchaus Besseres vorstellen“, ist Sönke Pries verärgert.
Die Stärken seiner Mannschaft sieht Pries in der mannschaftlichen Geschlossenheit. Auch die Offensive mit den erfahrenen Spielern Rogge, Schultz, Lemke und Burmeister sei gut besetzt. Gibt es auch Schwächen? „Keine Ahnung“, kommt bei Pries wie aus der Pistole geschossen, er lacht. „Vielleicht die Unerfahrenheit“, fügt Pries hinzu, „Mit Marc Zeller haben wir jemanden bekommen, der etwas Routine mitbringt.“
Bedauerlich findet Pries die Tatsache, dass viele Spieler, die er gerne verpflichtet hätte, mehr aufs Geld als aufs Sportliche schauen. „Wir geben kein Geld aus. Das ist unser Gesetz. Wir haben nicht das FC Sylt-Denken ‚Kaufen und spielen lassen’, weil dann ist die Trainer-Rolle ja auch überflüssig. Die gekauften Spieler lassen sich kaum noch was sagen.“ Pries versucht, aus seinen Mitteln das Beste zu machen und freut sich auf die neue Saison.

Veröffentlicht: Nord Sport, 2. August 2010

© 2012 Philipp Szyza | Impressum