Comet Kiel entscheidet Kellerduell für sich
Aufatmen beim SC Comet Kiel. Die Mannschaft von Trainer Patrick Nöhren gewann im Keller- und Nachbarschaftsduell 4:2 (2:1) gegen den TSV Klausdorf. Nöhren war äußerst zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: "Mir fällt ein Stein vom Herzen. Der Erfolg tut uns gut. In den Zweikämpfen haben wir mehr Präsenz gezeigt. Wir haben uns heute im Gegensatz zur vergangenen Woche als Einheit präsentiert. Das hat mir gut gefallen. Wir können uns wieder zufrieden in die Augen schauen", freute sich Nöhren.
Stefan Köpke, Trainer vom TSV Klausdorf, war indes unglücklich über die Niederlage: "Einfach nur ohne Worte. In der zweiten Halbzeit haben wir den Ausgleich geschossen, aber durch individuelle Fehler haben wir es nicht geschafft, weitere Tore zu schießen, geschweige denn Gegentore abzuwehren. Selbst unsere Standardsituationen haben nicht gesessen. Wir brauchen mindestens einen Spieler, der auch mal zwei Spieler hintereinander konstant gut spielt", bemängelte Köpke nach dem Spiel und kritisierte Rene Gesper für seine Rote Karte: "So dämlich war selbst ich damals nicht!"
Es ging hoch her im Duell der Abstiegsbedrohten. Schon nach vier Minuten traf Patrick Mierse nach Zuspiel Shahhosseinis zum 0:1. Comet war in der Anfangsphase engagiert, erzielte das Führungstor glücklich. Klausdorf war nach dem frühen Dämpfer etwas zurückhaltender, merkte aber schnell, dass die Gäste schwächelten. So nahm Mark Bola den Ball am 16-Meterraum seelenruhig mit der Brust an, drehte sich und traf volley zum Ausgleich (18.). Fortan war es ein ausgeglichenes Spiel. Klausdorf war motiviert, zeigte Moral und wollte unbedingt das Spiel für sich entscheiden. Die Kieler hielten indes gut dagegen, erspielten sich aber nur wenige Chancen. Die Möglichkeiten, die herausgespielt wurden, führten meist zum Tor: Nach einer Rechtsflanke stand Comets Meysam Shahhosseini frei vorm Tor und musste nur noch einschieben - 1:2 (24.). Die Partie plätscherte vor sich hin. Rene Gesper hatte kurz vor dem Pausenpfiff noch die Möglichkeit mit einem Freistoß aus 20 Metern zum Ausgleich (44.).
Nach dem Wiederanpfiff kam Klausdorf besser ins Spiel. Die Gastgeber bauten mehr Druck auf, wollten mindestens einen Punkt gewinnen. Comet reagierte nur noch, war kaum noch in der Lage, zu agieren. In der 58. Minute schoss Leslie Caushmann das Tor des Tages. Mit einem Seitfallzieher aus 16 Metern verwandelte Caushmann das Leder knapp unter die Querlatte zum vielumjubelten 2:2. "Sehr tolles Tor", freute sich Köpke an der Seitenlinie. Fortan war die Partie ein offener Schlagabtausch, Derbyfeeling kam auf. Allerdings ließ der Fairness-Charakter zu wünschen übrig. So forderte Comets Hungerecker zum Beispiel für den Gegenspieler die Gelbe Karte. Am Ende hatten die Kieler die Nase vorn. Marco Huss verwandelte einen Foulelfmeter zum 2:3 (71.) und Meysam Shahhosseini traf zum 2:4-Endstand (77.).
In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. Erst bekam Comets Maciej Malkowski die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit (78.), Klausdorfs Rene Gesper beschwerte sich darüber, weil Schiedsrichter Mirco Hatesaul nicht Vorteil laufen ließ und bekam ebenfalls die Rote Karte wegen Beleidigung (78.). Ein Derby, bei dem es hoch herging.
Veröffentlicht: Nord Sport, 12. April 2010