Turbine Potsdam gewinnt den 3. Nordcup
Der Deutsche Meister Turbine Potsdam gewann am Sonntag den dritten Nordcup. Im Finale setzte sich der Bundesligist gegen die SG Essen-Schönebeck im Neunmeterschießen mit 3:1 durch. „Wir waren heute auf zwei Turnieren vertreten. Das Turnier in Nürnberg haben wir auch gewonnen. Hallenfußball ist für uns das A und O. Hier können wir unseren Kombinationsfußball zeigen. Die Organisation und die Bedingungen sind hier klasse“, lobte Co-Trainer Dirk Heinrichs.
Pech hatten die schleswig-holsteinischen Frauen Frauen beim diesjährigen Nordcup. Sowohl Holstein Kiel als auch der FFC Oldesloe schieden bereits in der Vorrunde aus. Die Stormarnerinnen, die nur zwei Punkte auf ihrem Konto hatten, belegten den letzten Platz. Holstein Kiel zitterte bis zum Schluss mit. Am Ende fehlten nur einige Tore zum Einzug ins Halbfinale. „Wir hätten es eigentlich verdient gehabt“, war Holstein-Trainer Guido Gehrke nach dem Ausscheiden unglücklich. Oldesloes Trainer Michael Clausen sah es gelassen: „Wir haben mit nichts anderem gerechnet.“
Überraschend gut in das Turnier startete Essen-Schönebeck. Der Bundesligist gewann gegen Oldesloe mit erstaunlichen sieben Toren. „Das tat weh“, resümierte Clausen. Auch die restlichen Spiele absolvierten die Spielerinnen aus Essen souverän. Ihren Meister fanden sie in Turbine Potsdam. Das Team von Trainer Bernd Schröder marschierte überlegen durch die Vorrunde und belegte am Ende der Vorrundenspiele den ersten Platz.
Das Derby zwischen dem FFC Oldesloe und Holstein Kiel wurde überschattet von vier Unfällen. Vor dem Spiel kippte eine Oldesloer Spielerin um und musste ins Krankenhaus gefahren werden. Ähnlich erging es wenig später einer Zuschauerin. Während der Partie verletzte sich dann die Kielerin Justine Pank Als sie behandelt wurde, gab es einen lauten Knall. Eine Cheerleaderin flog nach einem Stunt mit dem Kopf auf den Beton. Auch sie musste umgehend ins Krankenhaus gebracht werden. Das 1:1-Endergebnis spielte nur eine Nebenrolle.
Für die Halbfinals qualifizierten sich Turbine Potsdam, der Hamburger SV, die SG Essen-Schönebeck und der VfL Wolfsburg. Potsdam setzte sich mit 3:2 gegen die Hanseaten durch und Wolfsburg schaffte es, in der letzten Minute durch Navina Omilade sich für das Finale zu qualifizieren.
Im Finale gab Potsdam zunächst den Ton an, dennoch konnten sich die Meisterinnen keine zwingenden Torchancen herausspielen. Nach acht Minuten wendete sich das Blatt, doch auch Wolfsburg schaffte es nicht, Akzente zu setzen. Folglich lief es auf ein Neunmeterschießen hinaus, das Potsdam mit 3:1 für sich entschied. Überglücklich nahmen die Potsdamer Fußballerinnen den Siegerscheck in Höhe von 3000 Euro entgegen. Die Ehrungen nahm dabei der Ehrengast des Tages vor: Steffi Jones, Weltmeisterin und Chefin des WM-Organisationskomitees, war eigens für den Nordcup in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt gereist.
Veröffentlicht: Nord Sport, 18. Januar 2010