Balcers Hattrick bringt Holstein den Sieg
Das gibt es auch nicht alle Tage. Nach dem 4:0-Erfolg von Holstein Kiel II gegen den TSV Klausdorf waren beide Seiten zufrieden. Im Lokalderby setzten sich die Kieler vor allem dank Dominik Balcer, der einen lupenreinen Hattrick erzielte, verdient durch. Holstein-Trainer Torsten Fröhling war positiv überrascht vom Aufsteiger. "Im Hinspiel konnten sie ja nichts weiter als lange Bälle nach vorne schlagen. Heute hatten sie sogar echt gute Chancen", erkannte er Fortschritte beim Gegner. Bei seinem Team hatte er Licht und Schatten gesehen. "In der ersten Halbzeit fehlte uns die nötige Konzentration und Geduld. Es war alles eine Kopfsache. In der Kabine habe ich gesagt, dass es zwar nicht einfach ist, sich gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner zu motivieren, aber wir müssen es!" Fröhlings Mannschaft steht nach dem Sieg weiterhin auf dem Platz an der Sonne und hält Neumünster bei einem Spiel Vorsprung mit fünf Punkten weiterhin auf Abstand.
Klausdorfs Trainer Stefan Köpke freute sich nach der Niederlage auf das bevorstehenden Mannschaftsessen: "Wir hatten heute nichts zu verlieren, haben in der Pause sogar Lob geerntet. Das Tempo der Kieler war hoch. Es war schon ein Klassenunterschied zu sehen, aber wir haben uns in der ersten Halbzeit gut verkauft. Der finale Pass kam bei uns oft nicht an. In der Höhe ist das 0:4 etwas zu viel", resümierte der Klausdorfer Trainer nach der zweiten Niederlage hintereinander.
Im ersten Durchgang trat Klausdorf unerwartet souverän auf, erspielte sich aber nur zwei Möglichkeiten. Timo Rosenfeld schoss knapp rechts vorbei (5.) und Marc Bolas Versuch aus 16 Metern ging ebenfalls knapp daneben (14.). Holstein hatte mehr Chancen, war erwartungsgemäß das spielbestimmende Team. Es ging fast die ganze Zeit aufs Klausdorfer Gehäuse. Aber trotz einiger guter Kombinationen war bei Holstein nicht alles Gold, was glänzte. Abstimmungsschwierigkeiten und Passungenauigkeiten waren die Folgen von Fahrlässigkeit und Ungeduld. Klausdorf kämpfte um jeden Ball, wusste sich mit zunehmender Spieldauer aber oft nur durch weite Bälle nach vorne zu helfen.
Nach der Pause drehte Holstein erst richtig auf. Das Team von Trainer Torsten Fröhling spielte die Klausdorfer jetzt an die Wand. Paul Camps mit einem Distanzschuss (49.) setzte das erste Ausrufezeichen. Der eingewechselte Stefan Hansen blühte auf, flankte von rechts auf Dominik Balcer, der den Ball nur noch an TSVK-Torwart Sven Schmedemann zum 1:0 vorbei schieben musste (55.). Der Einbahnstraßenfußball nahm seinen Lauf. Didier Webessie versuchte es aus zehn Metern (60.), ehe Balcer mit einem Lupfer seinen zweiten Treffer erzielte (61.). Der Bann war jetzt endgültig gebrochen, die Kieler schüttelten die Ungeduld und Nervosität ab und trafen durch Balcer, der seinen lupenreinen Hattrick perfekt machte (77.), und Björn Kastner (88.) zum verdienten 4:0-Endstand.
Veröffentlicht: Nord Sport, 19. April 2010