Besuch bei der C- Jugend von Holstein Kiel
Die C-Jugend behauptet sich erfolgreich in der Regionalliga
Schlägt man eine Tageszeitung auf, so liest man oft nur Berichte über die 1. und 2. Mannschaft Holstein Kiels, den „Holstein Woman“ sowie der zweifellos erfolgreichen A - und B- Jugendmannschaften. Von der C – Jugend erfährt man allenfalls den Tabellenplatz. Es erscheint uns – der Redaktion des Holstein Magazin - aber durchaus lohnenswert, auch einmal diese erfolgreiche Regionalliga - Mannschaft näher vorzustellen.
Mit 13 Punkten und 20:14 Toren aus 6 Spielen steht die C - Jugend in der Regionalliga Nord auf einem beachtlichen Platz 5! Dabei hat die Truppe von Trainer Wolf Bolz mit nur 6 Punkten Abstand noch Kontakt zu Spitzenreiter Hannover 96, der nach 7 Spielen 19 Punkte aufweist. Nach den Spielen gegen Ahlerstedt (4:3), Braunschweig (4:1), Hannover (1:8), Schleswig (8:0), St. Pauli (2:1) und Osnabrück (1:1) hat das 17 Spieler umfassende Team - davon 11 Landesauswahlspieler (!) - einen gelungen Start hingelegt.
Unser Juniorreporter Henrik Heitmann, selbst C- Jugend- Spieler, besuchte für das Holstein Magazin die Mannschaft auf dem neuen Trainingsgelände in Projensdorf beim Training und sprach mit Trainer Wolf Bolz (43 J., B – Lizenzscheininhaber ) sowie den Spielern Jan Borchert (14 J., Stürmer, bisher 4 Tore), Fynn Gutzeit ( 14 J., Abwehr/ Mittelfeld, 2 Tore) und Yannik Jakubowski ( 13 J., defensives Mittelfeld, 4 Tore).
Gespräch mit Jan, Fynn und Yannik:
Wann und wie seid ihr zu Holstein Kiel gekommen?
Yannik: Ich bin vor drei Jahren mit unserem Trainer Wolf Bolz zu Holstein gewechselt.
Jan und Fynn: Wir sind von Holstein Kiel gefragt wurden, ob wir nicht für den Verein spielen wollen. Und dann sind wir gewechselt.
Jan, du bist erst im letzten Sommer vom TSV Klausdorf zur C-Jugend von Holstein Kiel gekommen. Wo siehst du den Unterschied zwischen Verbandsliga und Regionalliga?
Jan: Das spielerische Niveau ist hier wesentlich höher.
Übernachtet ihr bei den Auswärtsspielen?
Fynn: Unsere längste Auswärtsreise geht nach Wolfsburg. Wir übernachten nur dort. Wir reisen einen Tag vorher an, spielen am nächsten und fahren anschließend wieder nach Kiel.
In Braunschweig haben wir aber z.B. nicht übernachtet.
Wie findet ihr die langen Reisen?
Jan: Langweilig! Wir dürfen auf der Hinfahrt nicht telefonieren. Stattdessen spielen wir Karten, gucken Fern oder schlafen.
Fynn: Die Busfahrten sind ziemlich ermüdend und langweilig! Ich spiele lieber zu Hause.
Yannik: Ich finde sie super! Wir haben immer eine Menge Spaß. Und in Wolfsburg werden wir VfL Wolfsburg gegen VfB Stuttgart sehen. Da werden wir eingeladen.
Fahrt ihr oft mit dem „Störche-“ Bus?
Jan: Ab und zu, wenn er von den Mannschaften „über uns“ nicht benötigt wird . Ansonsten fahren wir mit einem Reisebus.
Fahren Eltern noch mit zu Auswärtsspielen?
Fynn: Wenn sie können, fahren viele Eltern mit. Meine auch.
Ihr trainiert von dienstags bis freitags und habt zum Teil auch noch weite Auswärtsreisen. Wie schafft ihr das mit der Schule?
Jan: Wir dürfen uns manchmal frei nehmen, wenn wir was für die Schule machen müssen. Die meisten nehmen auch Nachhilfe. Der Trainer akzeptiert das denn auch, weil Schule vor geht.
Fynn: Im Moment habe ich keine Probleme mit der Schule.
Yannik: Das ist ziemlich schwer, aber ich krieg das schon hin.
Ihr habt wegen Holstein wenig Zeit. Sucht ihr eure Freunde innerhalb der Mannschaft oder habt ihr auch noch welche außerhalb?
Jan: In der Mannschaft habe ich auch ein paar Freunde, aber am meisten hänge ich mit denen aus der Schule ab.
Fynn: Eigentlich in der Mannschaft. Für Schulfreunde habe ich wenig Zeit.
Yannik: Ich habe in der Schule und im Verein viele Freunde. Die in der Schule sind nicht böse, wenn ich mal nicht Zeit habe.
Welche Hobbys habt ihr noch (außer Fußball)?
Jan: Laufen und Fernsehgucken.
Fynn: Fahrrad fahren und Play- Station spielen.
Yannik: Mit Freunden spielen, Bowlen.
Warum spielt ihr gerne für Holstein Kiel?
Jan: Es bringt einfach Spaß! Außerdem wird man hier gefordert!
Fynn: Weil ich aus Kiel komme und Holstein mein Heimatverein ist. Ich schätze die Jugendarbeit sehr. Die Trainingsanlage finde ich auch gut.
Yannik: Hier wird man von anderen Profimannschaften gesichtet.
Was ist euer fußballerisches Ziel?
Jan: Profifußballer!
Fynn: Ich möchte im Profibereich spielen, am liebsten natürlich einmal in der 1. Bundesliga.
Yannik: Ich möchte mich gerne hocharbeiten, nächstes Jahr in der B1- Jugend spielen, dann A- Jugend Bundesliga, Oberliga usw. …
Was sagt ihr zu der Leistung der 1. Mannschaft?
Jan: Diese Saison spielen sie sehr guten Fußball und ich glaube auch, dass sie aufsteigen.
Fynn: Diese Saison sind sie recht gut gestartet. Ich hoffe, dass sie auch mal in die zweite Bundesliga aufsteigen.
Yannik: Was Frank Neubarth da macht, finde ich schon sehr gut. Ich hoffe auch, dass sie aufsteigen.
Wie findet ihr das Holstein Magazin?
Jan: Ich bin zufrieden. In dem Heft stehen viele Informationen über den Verein und die Spieler.
Fynn: Ich finde es sehr interessant, weil auch Berichte über die Jugend und die Auswärtsspiele der 1. Mannschaft drinstehen.
Yannik: Gut, weil dort viele Dinge über das Privatleben von Spielern zu lesen sind.
Gespräch mit Wolf Bolz:
Seit wann trainieren Sie die C-Jugend von Holstein Kiel?
Jetzt das dritte Jahr.
Wo haben Sie vorher trainiert?
Beim TSV Kronshagen habe ich vorher sieben Jahre Jugendarbeit gemacht.
Welchen Job haben Sie neben der Trainertätigkeit?
Ich bin selbstständiger Kaufmann.
Wie schaffen Sie das alles zeitlich?
Gute Frage! Dadurch, dass ich selbstständig bin, habe ich die Möglichkeit, relativ früh mit der Arbeit anzufangen. Ich fange morgens um 5 Uhr an und dann kann dann am frühen Nachmittag auf dem Trainingsplatz stehen.
Was ist die Stärke ihrer Mannschaft?
Die Mannschaft hat einen guten Charakter. Alle sind gute Einzelspieler, sehr lernwillig und bereit mitzuarbeiten.
…und die Schwächen?
Die liegen im taktischen Bereich. Das ist bei uns das A & O. Hier muss die Mannschaft noch dazulernen, denn auf Kreis- und Bezirksebene sind die Spieler nicht genug gefordert worden. Durch die Nord-Cupspiele ist aber schon ein Entwicklungsprozess eingetreten, sonst würden wir jetzt nicht so gut in der Regionalliga dastehen.
Was muss man verbessern?
Verbessern muss man sich immer und möglichst auf hohem Niveau. Kiel liegt ein bisschen in einer Randlage, es ist nicht immer einfach, schwere Gegner zu finden, die uns fordern. Deswegen müssen wir stets in der Regionalliga drinbleiben.
Welchen Platz nimmt die C-Jugend von Holstein Kiel ein?
Auf jeden Fall keinen Abstiegsplatz, das kann ich schon mal ausschließen! Es gibt aber immerhin 4 Absteiger bei 12 Mannschaften, was relativ viel ist. Ich denke, dass wir einen vernünftigen Mittelfeldplatz hinbekommen.
Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!
Bitte, gern geschehen!
Veröffentlicht: Stadionmagazin des Regionalligisten Holstein Kiel, 20. April 2004