Interview mit Andreas Bergmann (Trainer FC St. Pauli)

Seine Spielerkarriere absolvierte Andreas Bergmann von 1982 bis 1989 in der höchsten Amateurklasse bei den Vereinen 1. FC Köln, Wuppertaler SV, Bonner SC und VfB Remscheid.
Seine Trainerkarriere begann 1989 als Sportlehrer beim SV Falke Steinfeld. 1994 lehrte er beim Niedersächsischen Fußball-Verband, ehe er als Jugendkoordinator beim Karlsruher SC unterschrieb. Seit 2001 ist er bei seinem jetzigen Verein FC St. Pauli. Über die Stationen als verantwortlicher Jugendkoordinator und Trainer der Amateurmannschaft, schaffte Bergmann am 29. März 2004 den Sprung zum Trainer der 1. Mannschaft. In der Saison 2005/06 erreichte Andreas Bergmann mit dem FC St. Pauli das Halbfinale des DFB-Pokals. Im Gespräch mit Holstein- Redakteur Henrik Heitmann spricht der 47-jährige über den letzten Spieltag, Aufstiegschancen und seinen Trainerposten.

Ihr Statement zum letzten Spiel gegen die Hamburger Amateure (0:0)?

Von unserer Seite kam einfach zu wenig. Wir wollten unbedingt gewinnen, um einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. In der ersten Halbzeit hatten wir zwei, drei große Torchancen. Vielleicht hätte sich das Spiel dadurch anders entwickelt. In der zweiten Halbzeit hat sich dann der Druck erhöht und wir taten uns schwer. Wir haben einfach nicht mehr so viel zu Stande gekriegt, weil die Hamburger auch sehr defensiv standen.

Der FC. St. Pauli hat mit 3 Siegen, 3 Niederlagen und 4 Remis einen durchschnittlichen Saisonstart. Für einen aufstiegsambitionierten Club ist diese Ausbeute jedoch mager. Wie erklären Sie sich die Situation?

Das ist ganz einfach. Wir haben zu viele Unentschieden. Ich denke an Union Berlin, die HSV Amateure und Wilhelmshaven, wo wir in der letzten Minute noch den Ausgleich kassierten. Das sind Spiele, die wir alle über die Bühne bringen müssen. Diese Punkte fehlen uns halt. Dazu kommen noch die personellen Probleme, durch die wir sehr oft umstellen mussten. Das entspannt sich jetzt langsam, aber es ist eine sehr entscheidende Ursache, warum wir noch nicht in Gang gekommen sind. Wir hoffen, dass wir uns aus dieser Situation herausarbeiten.

Wie wollen Sie die Kurve kriegen, um doch noch im oberen Tabellenbereich mitmischen zu können?

Wir müssen Erfolgserlebnisse haben. Wir haben zwar die letzten fünf Spiele nicht verloren, aber die Unentschieden bringen uns gar nicht weiter.

Glauben Sie, dass Ihre Mannschaft noch Aufstiegschancen hat?

Ja, weil die Mannschaft gut arbeitet. Seit sich die Personalsituation ein bisschen lichtet, haben wir auch die Qualität. Der Zug ist noch nicht völlig abgefahren, im Gegenteil, es besteht noch eine reelle Chance. Dementsprechend glauben wir auch an uns.

Ihre Auswärtsstatistik ist mit 3 Niederlagen und 2 Remis nicht allzu rosig. Und nun geht ´s nach Kiel, wo Sie letztes Jahr 1:4 verloren. Erwarten Sie die nächste Niederlage?

Wir wollen die schlechte Auswärtsstatistik umkehren, eine Topleistung bringen und sagen: Jetzt wollen wir unseren ersten Auswärtssieg holen.

FC St. Pauli ist Kult. Können Sie sich vorstellen auch noch mal einen anderen Verein zu trainieren?

Im Moment habe ich die Vorstellung nicht. Ich bin leidenschaftlicher Trainer vom FC St. Pauli. Es bringt mir viel Spaß, für diesen Verein zu arbeiten und mache mir noch keine Gedanken über Zukunftspläne.

Der Saisonstart vom FC. St. Pauli war ähnlich unbefriedigend wie der von Holstein Kiel. Dort ist deshalb Trainer Frank Neubarth zurückgetreten. Werden Sie vielleicht demnächst schon eine ähnliche Entscheidung treffen?

Solche negativen Gedanken lasse ich weg!

Veröffentlicht: Stadionmagazin des Regionalligisten Holstein Kiel , 21. Oktober 2006

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