Das schicksalhafte Leben der Elena
Elena Barskaja leidet unter Ödem – Holsteins Physiotherapeuten Asche und Lohmann helfen!
Dicke, schwere Beine, unzählige Krankenhaus-Besuche, kein Schulabschluss, kein Beruf und kein Geld: Unter all diesen Problemen leidet Elena Barskaja. Bei der Russin wurde schon im jüngsten Kindesalter die Ödementstehung entdeckt. Bei einem Ödem tritt Wasser aus den Gefäßen heraus und sammelt sich im Gewebe oder in bestimmten Körperräumen wie dem Oberschenkel an. So ist es auch bei Elena. Durch Zufall hörte Holsteins Physiotherapeut von dem Schicksal und stellte den Kontakt nach Deutschland her. Vor acht Jahren besuchte Elena das medizinische Fortbildungsinstitut in Eckernförde, wo sie drei Monate in Behandlung blieb. Zunächst mit Erfolg, denn das Ödem reduzierte sich um 30 Zentimeter! Allerdings ist die Krankheit bei Elena nicht vollständig heilbar, da ein Gendefekt vorliegt, sodass sie alle zwei Jahre zur Wiederbehandlung an die Ostsee kommen muss. Die Therapie wird auch in Russland fortgesetzt. Hierfür haben die Ärzte Elenas Mutter in die Behandlung eingeweiht, da es in Kaliningrad keine Ödemtherapeuten, geschweige denn Bandagematerial gibt. Außerdem hätte sie aus finanziellen Gründen gar nicht die Möglichkeit, das Material selbst zu kaufen.
Aufgrund einer infektiösen Mittelohrerkrankung und dem dadurch vierwöchigen Krankenhausaufenthalt im Juni diesen Jahres, fand bei Elena keine Ödembehandlung statt. Das Volumen und die Verhärtung des Ödems nahmen rasant wieder zu. In den Folgemonaten behandelten sie die Ödemtherapeuten in Eckernförde vier Wochen, zwei Mal täglich à zweieinhalb Stunden, sodass die Verhärtung abnahm und sich das Bein um vier bis fünf Zentimeter durchschnittlich reduzierte. „Nichtsdestotrotz ist die Prognose schlecht, weil die Therapie durch die Mutter qualitativ nur mittelmäßig sein kann. Außerdem können in Russland weiterhin keine Ärzte Elena betreuen“, skizziert Holsteins Masseur Kai Lohmann die überaus schwere Zukunft der Familie Barskaja.
Das Material für die Behandlungen kommt aus Deutschland, weil die Verdienste von Mutter und Tochter (mittlerweile Kindergärtnerin) nicht ausreichen. Ein Spendenkonto deckte bisher die Fahrtkosten, orthopädische Schuhe und mehrlagige Bandagen. Normale Schuhe kommen für Elena unter keinen Umständen in Frage. Der Preis der handgefertigten Schuhe beträgt rund 800 Euro.
„Das Spendenkonto ist sehr dezimiert. Unsererseits wird versucht, die Ausgaben so gering wie möglich zu halten. Wirklich wichtige Dinge werden davon bestritten, alles andere versuchen wir über Privatspenden zu finanzieren“, so Lohmann, „Die Lebensqualität ist für Elena und ihre Familie durch das Ödem massiv eingeschränkt, da in Russland anders als in Deutschland nicht die Akzeptanz für die Behinderung existiert. Elena hatte zudem keine richtige Kindheit und Jugend durchleben können, ganz zu schweigen von ihrem Leben als mittlerweile Erwachsene“, fasst Lohmann das Leben von Elena Barskaja zusammen.
Das Holstein Magazin wünscht Elena und ihrer Familie viel Kraft und gute Genesung!
Veröffentlicht: Stadionmagazin des Oberligisten Holstein Kiel , 5. Oktober 2007