Turnkunst ging unter die Haut
Am vergangenen Donnerstag gastierte „Feuerwerk der Turnkunst“ in der Kieler Sparkassen-Arena mit ihrer neuen Tournee „hautnah“. Ein beeindruckendes Erlebnis für die rund 5000 Zuschauer, die bei einigen Auftritten der zahlreichen Künstler den Mund vor lauter Staunen nicht geschlossen bekamen. Vom Glamour der Artistik bis zu klassischen Elementen des Turnens boten die Artisten eine gelungene, glamouröse, spielerisch begeisternde und von den Zuschauern umjubelte Show, die unter die Haut ging.
Zu Beginn wurden die Zuschauer zum Mitmachen motiviert, indem sie stehend den „Turntiger-Song“ mitsangen und ihre „Tigerkrallen“ zeigen sollten. 100 Kinder aus vier verschiedenen Vereinen und das Maskottchen „Turntiger“ tanzten dazu auf der Bühne. Es verschaffte gleich eine launische Atmosphäre und machte Lust auf mehr.
Das Lächeln auf den Lippen der Zuschauer nahm auch danach kein Ende. Der weibliche Conferencier Rosemie begleitete die Show, leitete neue Artisten ein und ließ dem Publikum durch gekonnte Comedy den Bühnenumbau zwischen den einzelnen Darbietungen so kurz wie möglich erscheinen.
Nach der Eröffnung legte die Gruppe „Aomori University“ eine glänzende Choreographie mit Synchronität vom Feinsten aufs Parkett. Die sechsköpfige japanische Truppe zeigte beeindruckende rhythmische Sportgymnastik mit dem Seil einhergehend mit einer enormen Sprungkraft. Ein weiteres Novum waren die Leistungssportler Artem Ghazaryan und Thomas Greifenstein. Das deutsche Turnduo wählte für ihren Auftritt außergewöhnliche Turngeräte wie einen Tisch und zwei Stühle, oder auch klassische, wie den Barren und setzten Musik gekonnt in Bewegung um.
Atemberaubend und faszinierend die Darbietungen des amtierenden Vizeweltmeisters Hendrik Strauß im Rhönrad oder des ehemaligen Olympiateilnehmers Sergej Pfeifer am Seitpferd. Internationale Stars setzten ebenfalls Akzente. Die russischen Acro Angels bauten menschliche Türme, Yulia Fadeeva entpuppte sich als ein Gummi-Mensch, Ernest Palchykov zeigte mit einem roten Tuch eine klassische Handstandakrobatik und die Jazzgirls lieferten eine ganz eigene, artistisch-akrobatische Interpretation des Klassikers „Cabaret“.
Die absoluten Highlights des Abends dann am Ende der Show. Die Dalian Acrobats, fünf Jungs und eine Frau, wagten außergewöhnliche, mutige, furiose Luftsprünge vom Schleuderbrett, die das Publikum begeisterte. Ebenso faszinierend waren die Rokashkovs mit ihrem Rendezvous am Reck. Es war ein schöner, ruhiger Schlussakkord des Abends mit einer geturnten Liebesgeschichte.
Veröffentlicht: NordSport, 14. Januar 2008